Das Ende des Kaffee-Bohrers?

Was ist denn ein Kaffee-Bohrer?, werden sich viele Leser fragen. Der Kaffee-Bohrer ist ein Instrument der Nano-Technologie – ein Mikro-Bohraufsatz, mit dem selektiv Kaffeebohnen angebohrt und künstlich mit Aromastoffen und Hormonen versetzt werden. Findige Unternehmen nutzen seit Jahren eine rechtliche Grauzone, um mit diesen unlauteren Mitteln die Kundenbindung zu erhöhen. Glauben Sie nicht?

Wenige Millimeter klein – 500 Millionen Schaden
Ich auch nicht! Tatsächlich ist der Kaffee-Bohrer – Wissenschaftler nennen ihn liebevoll Hypothenemus hampei – neben dem Klimawandel einer der größten Feinde der guten Bohne. Das heißt, der Bohne ist es eigentlich egal, nicht aber den Kaffee-Erzeugern und Händlern. Auf jeden Fall bohrt – wie der Name schon sagt – das Weibchen des Kaffee-Bohrers eine Reihe von Löchern in die Kaffeekirsche und legt dort hinein ihre Eier. Die Larven ernähren sich dann vom Fruchtfleisch. Da der Fraß im Inneren der Kirsche stattfindet, war dem Kaffee-Bohrer bisher kaum mit Insektiziden beizukommen. Auf 500 Millionen US $ jährlich wird der Schaden geschätzt, den der Kaffee-Bohrer jährlich in den Anbaugebieten anrichtet – 20 Millionen ländliche Haushalte müssen wegen ihm Einkommenseinbußen hinnehmen.

Ein Hoch dem Blasenfüßer!
Doch jetzt gibt es Hoffnung! Wissenschaftler haben in Kenia erstmals einen räuberischen – lachen Sie nicht – Blasenfüßer entdeckt – er hört auf den klangvollen Namen Karnyothrips flavipes – der sich von den Eiern und Larven des Kaffee-Bohrers ernährt. Dies gibt nun Anlass zur Hoffnung, dass in Zukunft eine biologische Schädlingsbekämpfung des Kaffee-Bohrers möglich sein könnte. Was sich unter Umständen auch positiv auf Kaffeequalität und Erzeugerpreise auswirken könnte.

Quelle:
Jaramillo J, Chapman EG, Vega FE, Harwood JD. Molecular diagnosis of a previously unreported predator–prey association in coffee: Karnyothrips flavipes Jones (Thysanoptera: Phlaeothripidae) predation on the coffee berry borer. Naturwissenschaften, 2010