Kaffeediebstahl – ein wachsendes Problem in Anbauländern

Viele Jahre mussten die Kaffeebauern warten, bis die tief in den Keller gesunkenen Preise ein Niveau erreichten, das den Anbau der beliebten Bohne wieder attraktiv werden ließ – was nach wie vor der Fall ist. Leider riefen diese Preise aber auch Zeitgenossen auf den Plan, die den Produzenten und Exporteuren das Leben in vielen Anbaugebieten zunehmend schwer machen und sie um den verdienten Lohn ihrer Arbeit bringen: Kaffeediebe! Hier einige kurze Beispiele:

Letztes Jahr saßen kurz nach unserem Besuch in Brasilien die Bob-o-Link-Farmer zusammen, um die Installation einer Videoüberwachung auf und zwischen den Farmen zu diskutieren; der Klau ganzer LKW-Ladungen in der Umgebung wurde auch für zu einer ernst zu nehmenden Bedrohung.

Bei meinem Besuch von Sweet Maria`s in Kalifornien Ende letzten Jahres trank ich einen “roten Bourbon” aus Guatemala, der eigentlich gar nicht für den Kauf vorgesehen war. Da aber der beim Exporteur stehende Container mit dem georderten “gelben Bourbon” über Nacht zur Hälfte leer geräumt wurde, ersetzte der Exporteur in gegenseitiger Absprache die gestohlene Hälfte durch den erwähnten “roten Bourbon”.

Aber auch in Kenya führen die hohen Preise zu unerwarteten “Eigentümerwechseln”, wie in diesem ARD-Video zu sehen:

Download Video

(Einfach auf den Link klicken; das Video erscheint dann in Ihrem Browser.)

Mit freundlicher Genehmigung der ARD. Quelle: www.tagesschau.de/videoblog

Dass sich aber auch unter den Exporteuren Ganoven tummeln, soll abschließend dieses Beispiel verdeutlichen: Im letzten Jahr orderte ein Konsortium aus US-Spezialitätenkaffee-Röstern bei einem Exporteur in Medan (Indonesien/Sumatra) 16 Container “Sumatra Mandheling Grad 1″. Die zugeschickten Verschiffungsmuster entsprachen den Vorstellungen der Röster, weniger hingegen das, was einige Wochen später ankam: 16 Container mit absolut minderwertigem Kaffee, so genannter “Triage”-Ware. Die im internationalen Kaffeehandel geltende Devise “erst die Knete, dann die Bohne” hat der besagte Exporteur schließlich zum Anlass genommen, “eine Reise ohne Angabe des Aufenthaltsortes” zu unternehmen. Schöne “heile” Kaffeewelt!

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