Instant-Kaffee weiter auf dem Vormarsch: Libyen finanziert Instant-Kaffee-Fabrik in Uganda

Eine weitere Bestätigung meiner Beobachtung, dass Instant Kaffee, eine der schrecklichsten Erfindung der Menschheit, weiter auf dem Vormarsch ist, fand ich im Newsletter von “Comunicaffe International” vom 02.April 2008.

In der Meldung von “Comunicaffe International” heißt es, Libyen werde in Uganda den Bau der ersten Fabrik zur Herstellung von Instant-Kaffee finanzieren. Das Abkommen zwischen den beiden Regierungen Libyens und Ugandas für die Instant Kaffee-Fabrik sei bereits im September 2007 unterzeichnet worden. Gemäß der “Uganda Coffee Development Authority” habe sich Uganda verpflichtet, das für den Bau der Instant Kaffee-Fabrik notwendige Gelände zur Verfügung zu stellen und den technischen Support zu gewährleisten. Die ugandische “Investment Authority” habe inzwischen vermeldet, ein Gelände im “Navanme Industrial Park” in Kampala gesichert zu haben. Libyen habe auf der anderen Seite zugestimmt, je nach Größe und Ausstattung der Instant Kaffee-Fabrik ein Investment zwischen 20 und 60 Millionen US-Dollar zu tätigen.

Die Frage ist nun: Für wen ist dieser Instant Kaffee? Wofür wird er verwendet werden? Und welche Kaffeequalitäten werden für den Instant Kaffee verarbeitet? Gute Qualitäten finden jedenfalls selten den Weg in die Instant Kaffee-Gläser und -Verpackungen. Welche Auswirkungen wird der Bau der ersten Instant Kaffee-Fabrik langfristig auf die Kaffeeproduktion in Uganda haben? Wann wird – ein Erfolg vorausgesetzt – die nächste Fabrik gebaut werden? Sicher – es werden ein paar Arbeitsplätze in und im Umfeld der Fabrik geschaffen werden. Größere Bevölkerungsteile könnten aber höhere Einkommen erzielen, wenn der in Uganda durchaus vorhandene Wille zur Erzeugung höherer Kaffee-Qualitäten, konsequent verfolgt werden würde. Höhere Qualitäten bringen höhere Preise. Und genau dafür könnte die neue Instant Kaffee-Fabrik eine Bedrohung werden.

Die Bedrohung – wie ich es sehe – hat aber bereits begonnen: zwei ugandische Röster lassen in der “TANICA soluble coffee factory” in Bukoba/Tanzania löslichen Kaffee produzieren, füllen es in Kampala ab (bzw. um) und bringen es auf die lokalen und regionalen Märkte. Bald wird noch mehr Instant Kaffee in Umlauf sein …

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Ein Kommentar

  1. Manfred
    Veröffentlicht am 28.07.2009 um 10:18 | Permanenter Link

    Instant Kaffee ist natürlich nicht mit frisch gemahlenem Bohnenkaffee zu vergleichen. Aber meiner Meinung nach gibt es noch schlimmeres. Gegen das Zeug was so in Betriebskantinen aus dem Automat kommt ist Instant Kaffee noch ziemlich guter Kaffee.

Ein Trackback

  1. [...] wird gerade, wie in einem früheren Beitrag in diesem Blog bereits erwähnt wurde, in Uganda gebaut, finanziert von Libyen; mit der BDFC-Fabrik in Äthiopien kommt die dritte auf dem [...]