Tag Archiv: Tchibo

Meine Blog-Empfehlung; heute: vitalGenuss

 

Auch wenn der Blog wenig mit Kaffee oder Espresso zu tun, im "VitalGenuss"-Blog von Manuel Rosenboom schaue ich immer wieder gerne vorbei. Das Blog wird gut gepflegt, ist schön und übersichtlich aufgebaut und mit vielen interessanten Inhalten aus dem weiten Feld von Genuss, Umwelt, LOHAS, Gesundheit, Wellness und vielem mehr. Was mir aber am besten gefällt ist die mitunter kritische, hinterfragende Herangehensweise von Michael Rosenboom. Ein Beispiel hierfür:

Im Juni dieses Jahres sorgte die Bloggerin Kirsten Brodde für - man kann es glaube ich schon so nennen - Aufsehen,  speziell der Blog-Szene, als sie bei TCHIBO T-Shirts mit den Aufdrucken "Gefertigt für Hungerlöhne" und "Diese T-Shirt hat ein Kind genäht" in Auftrag gab, diese auch promt bekam, sich damit selbstbewusst vor eine TCHIBO-Filiale in Hamburg gestellt und Passanten/Passantinnen befragte, was ihnen zu den Aufdrucken einfiele. SpiegelOline berichtete darüber, und zahlreiche Blogger und Bloggerinnen nahmen sich dankend des Themas an. Kritische Fragen gestellt bzw. Anregungen gegeben wie in Basic Thinking, oder (mit Abstriche) in "Stefan Fischerländer´s Blog", in dem sich eine lebhafte Diskussion entfachte, gab es allerdings so gut wie nicht, auch nicht in dafür eigentlich prädestinierten LOHAS-Blogs wie "KarmaKonsum". Der "VitalGenuss"-Blog war dahingegen eine erfreuliche Ausnahme: Die Art der Fragestellungen, die Beleuchtung des Themas aus verschiedenen Perspektiven und der gedankliche Tiefgang entsprachen dem, was man von einem Blog erwarten sollte (was keines wegs heißt, dass ein Blog auf die "Leichtigkeit des Seins" verzichten muss!).

Wer sich also über die neuesten Entwicklungen, Trends und Ereignisse zu Genuss, Umwelt, LOHAS, Gesundheit, Wellness gut informieren möchte, hat bei "Vitalgenuss" eine  prima Anlaufstelle.

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Preisabsprachen bei Kaffee (und Espresso?)? Kartellamt durchsucht Kaffeeröstereien.

Wenn das keine Meldung ist! Gab es bei Kaffee (und Espresso?) bei den großen Kaffeeröstereien über Jahre hinweg Preisabsprachen? Keine Ahnung. Auffällig war jedenfalls, dass in den letzten Jahren Preisanhebungen bei den großen Kaffee-Marken alle innerhalb weniger Tage und stets um fast exakt den gleichen Betrag erfolgten. Das hat mich schon immer nachdenklich gestimmt. Aber beweisen …? Das ist das Kartellamt gefragt. Und das hat jetzt in der Tat nachgefragt - was es nur macht, wenn bereits ein konkreter Verdacht auf Preisabsprachen vorliegt. Bei Tchibo und Dallmayr waren die Mitarbeiter bereits … Näheres dazu bei SPIEGEL-ONLINE, der Süddeutschen, n24 und vielen anderen Online-Nachrichtendiensten.

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Der neue “Kenia Kikuyu” von Tschibo oder: Wie der Kunde offensichtlich belogen wird.

Basierend auf einem Bericht von Christoph Plate in der NZZ: Zitate von Christoph Plate sind kursiv geschrieben.

«Kenya Kikuyu» heisst die Kaffeesorte der Handelskette Tchibo, angepriesen als «Vermächtnis ewigen Feuers»…. Der von Tschibo als «Rarität des Jahres 2007» verkaufte "Kenya Kikuyu"-Kaffee wird mit einer Kampagne beworben, die … nach den blutigen Ereignissen in Kenya, ungewöhnlich anmutet. Ahnen konnten die Tschibo-Strategen das nicht. … Wer aber heute Kikuyu oder Kenya Kikuyu hört, mag eher an … brennende Hütten denken als an einen wohlschmeckenden Kaffee.

Bei der Anpreisung ihrers neuen Kaffees ist den Marketingexperten ganz offenbar ihre Phantasie durchgegangen. «Ein Vermächtnis ewigen Feuers» sei dieser Kaffee und die Kikuyu würden Feuer und Fackeln entzünden, um ihre reiche Kaffeebohnen-Ernte zu feiern, wie eine Werbebroschüre aufklärt. Schon seit Generationen führe dieser Stamm an den Hügeln des Mount Kenya dieses traditionelle Ritual durch. Ndungu Wanjohi, ein kenyanischer Marketingexperte , der einige Jahre am Mount Kenya lebte, erklärt hingegen, dass es derartige Feste bei den Kikuyu überhaupt nicht gebe. «Weder da noch sonst irgendwo zünden die Kikuyu Fackeln an und laufen damit durch die Nacht, das ist blanker Unsinn.»

Die Kikuyu haben, anders es als die Marketinexperten unterschwellig suggerieren, auch keine Kaffeetradition. Anders als z.B. in Äthiopien wird in zahlreichen afrikanischen Kaffeeanbauländern gar kein Kaffee getrunken. So würde man z.B. in ganz Ruanda vergeblich nach einem Café suchen; es gibt einfach keins. Außer in Äthiopien, das bis auf eine kurze italienische Besatzungszeit bekanntlich unabhängig blieb, pflanzten in der Kolonialzeit primär weisse Farmer Kaffee an. Das hat sich erst mit der Unabhängigkeit geändert.

Vorausgesetzt, die von Christoph Plate dargelegten Sachverhalte sind korrekt, dann bleibt als Fazit, dass so manchem Marketingexperten bzw. Unternehmen, in diesem Falle Tschibo, offensichtlich alles recht ist ist, ein Produkt "unters Volk" zu bringen. Es werden Geschichten erfunden, die weiter von der Wahrheit entfernt sind als der Mond von der Erde. Der Kunde soll "emotionalisiert" werden, was ganz offenbar funktioniert, denn in Deutschland ist laut Christoph Plate aller "Kenya Kikuyu" verkauft worden. Und welche Chance hat der Kunde, die Marketing-Märchen auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen? Keine! Es sei denn, er recherchiert mit viel Mühe.

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