Tag Archiv: Rösterei

Dallmayr Crema d´Oro und Maskal Vilcabamba im Kaffee-Vergleichstest auf einer Saeco Incanto.

Die unerwarteten Dinge sind zwar nicht immer, aber eben oft doch die schönsten, besonders wenn es sich um großes Lob für einen unserer Kaffees handelt! So bin ich vor einigen Tagen in der Blog-Verwaltung über einen Link gestolpert, mit dem ich zunächst gar nichts anfangen konnte: "Der große Mascal Kaffee-Test" von "The beers n bears Weblog". Obwohl wir uns nicht "Mascal", sondern "Maskal" schreiben, habe ich, neugierig geworden, den Link geöffnet.

Weiterlesen … »

Höllenfeuer und teuflisch guter Kaffee – ein Besuch in einer einzigartigen Kaffeerösterei

Der Sommer der südfranzösischen Region Languedoc ist deutlich verlässlicher als der deutsche. Flirrende Hitze liegt Anfang September über dem Tal des Hérault im Hinterland von Montpellier, als ich das Örtchen Aniane in Richtung der Teufelsbrücke durchquere, wo der Fluss durch eine enge Schlucht aus dem Gebirge in die Ebene bricht. In einem ansonsten eher schmucklosen Gewerbegebiet entdecke ich im flimmernden Mittagslicht ein Gebäude, das als Kulisse für einen Italo-Western dienen könnte. In der Saloontür steht Elie Speziale, ein sympathischer Franzose um die 50. Sein Name ist Programm, das Programm ist Kaffee.

Weiterlesen … »

Kaffee im Jemen: Ein Land zwischen Qahwa, Gishr und Nescafé, zwischen Exklusivität und Schmuggelware

Jemen: Kaffeeschälmaschine in einem Felsenkeller

Was den Kaffee-Konsum im Jemen betrifft, so ist die im “Kaffee Blog” des in St Gallen ansässigen “Premium Handelswaren GmbH” gemachte Aussage “… So verzichten sie (Anm.: die Jemeniten, der Autor) auf die edlen Arabica-Kaffeebohnen und benutzen anstelle dieser nur die Schale der Bohne …” nur bedingt richtig. Selbstverständlich wird im Jemen, wie es aus dem Reisebericht, auf den sich der “Kaffee Blog” bezieht, hervorgeht, Gisher getrunken, aber keineswegs ausschließlich! Gisher, zubereitet aus den aufgebrochenen, stundenlang gekochten Schalen des im Jemen ausnahmslos sonnengetrockneten Kaffees, ist ein beliebtes Getränk und wird – reichlich süß – zuhause häufig in den Morgenstunden genossen.

Daneben trinken die Jemeniten und Jemenitinnen aber auch ganz normalen, in der Regel frisch gerösteten und aufgekochten Kaffee, Qahwa, und zunehmender Beliebtheit erfreut sich, besonders im städtischen Bereich, natürlich, wie soll es anders sein, Nescafé.

Doch es gibt Versorgungsprobleme beim Qahwa: Die Jemeniten und Jemenitinnen konsumieren, worauf ich an anderer Stelle bereits hingewiesen habe, mehr Kaffee als das Land selbst produziert Deshalb wird Kaffee importiert: aus Äthiopien, Kenia, Indien, Brasilien …! 18.330 t waren es im Jahr 2006 (PS: neuere Zahlen liegen nicht vor); die Eigenproduktion betrug demgegenüber nur rund 11.000 t. Das sind die offiziellen Zahlen. Wie viel Kaffee zusätzlich illegal importiert wird … wer weiß das schon. Aber nicht aller ins Land kommende Kaffee dient dem einheimischen Konsum …!

Warum aber importiert der Jemen, das nach Äthiopien zweitälteste Kaffeeanbauland der Welt, überhaupt Kaffee? Der erste Grund liegt darin, dass die eigene Produktion auf Grund limitierender Faktoren wie veraltete und ineffektive Anbaumethoden, inadäquate Pflege der Bäume, zu geringe Regenmenge, zunehmender Anbau von Khat und vielem mehr den Bedarf nicht mehr deckt, und die Preise in Folge dessen in den vergangenen Jahren drastisch in die Höhe gingen. Mit den Importen von vergleichsweise billigeren Kaffees versucht man, die Bedarfslücke zu schließen.

Der zweite Grund ist ebenfalls wenig erfreulich. Ein Teil der (illegal) importierten Kaffees dient zum “Strecken” des Exportkaffees und ein quantitativ nicht zu bestimmender Teil des letztlich von den Konsumenten teuer bezahlten Mattari, Sana´ai oder Isma´ili ist, davon muss leider ausgegangen werden, vermischt mit den billigen Importen. Mir wurden, als ich mich 2006 im Jemen aufhielt, in der Yemen Coffee Processing Company Muster von gerade eingetroffenen keniaschinen Kaffees gezeigt, versehen mit der Anfrage, ob sie zum Beimischen geeignet seien! Wer als Importeur oder Röster die sehr teueren, exklusiven jemenitische Kaffees kauft und dabei reine jemenitische Kaffees haben möchte, der sollte sich gut mit der Materie beschäftigen!

Wer im Jemen Gisher trinkt, der kann sich sicher sein, dass die verwendeten Schalen aus dem Jemen stammen, denn ungeschälte Kaffees werden wegen des viel zu hohen Gewichts und des Platzverlustes nicht importiert. Bei einheimisch geröstetem Kaffee, dem Qahwa, dürfen schon Zweifel über die 100% heimische Herkunft angebracht werden (es sei denn, man trinkt den Kaffee bei einem Bauer zu Hause). Was den Nescafé betrifft, so will ich die Herkunftsfrage erst gar nicht stellen. Zweifel sind aber ebenfalls anzubringen bei jemenitischen Kaffees, die in den Röstmaschinen der Spezialitätenröster landen; es muss sich nicht in jedem Fall um “unerwünschte” Blends handeln, das Risiko ist aber gegeben.

Auf Grund meiner Erfahrungen im Jemen arbeite ich ausschließlich mit einem Importeur meines Vertrauens zusammen, und dieser wiederum mit ganz wenigen Exporteuren resp. Produzenten. Dieser Importeur ist zugleich der erste Importeur überhaupt, der auf eigene Kosen ein Verkostungslabor in Sana´a eingerichtet hat. Die gesamte Handelskette kann überprüft werden, so dass ich sicher sein kann, dass z.B. der “Hufashi“, den wir in unserem Online Shop anbieten, tatsächlich ein echter “Hufashi”, ein 100 %iger jemenitischer Kaffee ist.

Zum Maskal – Online Shop

Minges´”Padinies – Arabica Classic, 100% Hochland-Arabica” enthalten billigen Robusta

Der Testbericht von “test.de” (Stiftung Warentest) über Kaffeepads und Kaffee-Kapseln wurde zwar bereits im November 2006 veröffentlicht, aber es gibt Dinge, die sind zeitlos – vor allem, wenn es darum geht, dass der Kunde offensichtlich hinters Licht geführt werden soll. So behauptet die Rösterei Minges, ihre “Padinies – Arabica Classic”-Pads enthielten “100% Hochland-Arabica”. Der Testbericht von test.de brachte es aber ans Tageslicht: die Laboranalysen ergaben, dass die Padinies-Pads neben Arabica auch Robusta enthielten! Entgegen den Angaben von Minges war in den Pads dem 100% – Hochland-Arabica Tiefland-Robusta beigemischt. Da muss sich offenbar jemand “im Gelände verlaufen” haben!? Und verrechnet: 100% Hochland-Arabica + x % Tiefland-Robusta ergibt … ? … irgend etwas will da nicht zusammenpassen! Aber da Robusta in der Regel deutlich billiger ist als ein selbst halbwegs vernünftiger Arabica (abgesehen von sog. “ungraded coffees”, also misserabelster Rohkaffee-Ausschussware, die unterhalb jeder Qualitäts-Gradierung – deshalb “ungraded” – liegt und zu Schleuderpreisen den Weg in Großröstereien findet), ja, da kann man sich schon mal zwischen Hochland und Tiefland verirren – und/oder beim Rechnen durcheinander geraten.

Ob sich Röster Minges das Testurteil aus dem Jahr 2006 zum Anlass genommen und schließlich dasjenige in die Padinies-Pads und -Tüten abgefüllt hat, was wie behauptet drin ist? Auf der Minges-Website jedenfalls ist nach wie vor zu lesen (29.03.08): Arabica Classic – schonend, mild im Geschmack. 100% Hochland-Arabica. Aber was sagt uns das? Das hieß es vor dem Testurteil ebenfalls.

Was einem zusätzlich stutzig machen könnte ist die weitere Aussage auf der Minges-Website, der »Arabica Classic« sei “gekrönt von einer goldgelben Crema.” So was lässt sich mit einem reinen Arabica bekanntlich generell schwieriger erreichen als mit einem Robusta (weshalb auch die meisten Espressi kleinere oder größere Anteile an Robusta aufweisen). Fragen über Fragen.

Und jetzt präsentiert Minges für den Feinkostgiganten “Käfer” auch noch einen “Reinen Hochlandkaffee in Bio-Qualität”! Da kommen einem schon wieder Fragen in den Sinn.

Zum Maskal – Online Shop