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Kaffee in Deutschland: 150 Liter pro Jahr

Puh, da hat die Deutsche und der Deutsche ja einges auf dem Tisch zu stehen. Laut der heute veröffentlichten Pressemitteilung des Deutschen Kaffeeverbandes tranken die Deutschen 2009 über eine Milliarde mehr Tassen Kaffee. Auf jeden Bundesbürger entfallen also 150 Liter pro Jahr. Wieviel Tassen das sind, rechnen Sie bitte selbst einmal aus, denn wir sind zu beschäftigt, müssen gerade neues Kaffeewasser aufsetzen :-)

Der Großteil des Konsums passiert in den eigenen vier Wänden, denn nur 1/4 des gesamten Kaffees wird “außer Haus” (also in Cafés, Bistros und am Arbeitsplatz) getrunken. Also haben die Konsumenten weniger Geld für den leckeren Espresso im Straßencafé gelassen, und sich stattdessen mehr Kaffeepads und Kapseln in der heimischen Küche zubereitet. Denn laut Kaffeeverband hält der große Wachstumstrend bei Pad- und Kapselsystemen weiter an (im Vergleich zu 2008 wurde der Absatz um rund 15 Prozent gesteigert). Ebenso stieg der Verbrauch von (man mag es gar nicht schreiben) löslichem Kaffee. Holger Preibisch Hauptgeschäftsführer des deutschen Kaffeeverband erklärte: “Das Wachstum für löslichen Kaffee ist Folge des Trends der einfachen Zubereitung. [Dieser] Kaffee ist die komfortabelste und schnellste Art, Kaffee zuzubereiten.” Der Marktanteil für das Instantpulver liegt bei rund 8 Prozent.

Also nur Gewinner? Nicht ganz, denn entgegen der allgemeinen Erwartungen ist der Verbrauch von zertifizierten Kaffees (einschließlich Bio-Kaffees) im vergangenen Jahr nicht gestiegen. Der Marktanteil von Biokaffee und Fairtrade Kaffee liegt weiterhin nur bei mageren zwei bis drei Prozent. „Der Konsument hat insbesondere in den Supermärkten von dem breiten Sortiment der zertifizierten Kaffees weniger Gebrauch gemacht als erwartet. Hier ist aber weiterhin Wachstumspotenzial für die Zukunft des Kaffees“, so Holger Preibisch. Weitere Zahlen in der PM des Kaffeeverbandes.

Was heißt das nun konkret? Der Kaffeeliebhaber sorgt weiterhin dafür, dass die braune Bohne das liebste Getränk der Deutschen ist – aber so richtig Wert auf Qualität, soziale und biologische Standards sowie Preisbewußtsein wird nicht gelegt. Denn: der Biokaffee bleibt im Regal, stattdessen werden entweder qualitativ minderwertige Instant-Mischungen getrunken oder aber viel Geld für Ein-Portionen-Espressi aus der glänzenden Kapselmaschine ausgegeben. Wenn man die Kilopreise des Kaffees ausrechnet, der in Pads und Kapseln zum Einsatz kommt, kommt man schnell auf stattliche Summen (gegen die selbst exklusive Kaffeespezialitäten günstig sind). Für 70 bis 80 Euro könnte “George” schon einige Päckchen feinsten Darara Bunna oder Lalitpur Kaffee genießen. Wie auch immer, Spezialitätenkaffee ist und bleibt eine Nische – aber die Hoffnung, dass noch mehr Kaffeetrinker auf die feinen Kaffeespezialitäten von Maskal stoßen, bleibt bestehen!

Teil 3: 140 Liter pro Tasse – Führt Kaffeetrinken zu Wassermangel?

So, nachdem wir nun aus Teil 1 und Teil 2 wissen, dass der Plantagenanbau von Robusta-Kaffee in einigen Regionen wasserintensiv sein kann, dies aber v.a. in der Ökobilanz von Billigkaffeemischungen negativ zu Buche schlägt, widmen wir uns jetzt der Wasserbelastung durch die Verarbeitung der Kaffee-Ernte.! Weiterlesen … »

Teil 2: Führt Kaffeetrinken zu Wassermangel?

Wie und wo kann Kaffeeanbau Wasserengpässe in Entwicklungsländern verschärfen? Das war die Leitfrage im ersten Diskussionsbeitrag zu Kaffee und Wassermangel. In einem Artikel in DIE ZEIT vom 16.7. wurde u.a. Kaffee als bewässerungsintensives Handelsgut gebrandmarkt. Ich habe recherchiert, in Kaffee-Foren nachgefragt und gerechnet. Hier das Ergebnis: Weiterlesen … »