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Barista-Meister Thomas Schiessl gibt Kaffee- und Espresso-Zubereitungstipps

2008 war er Deutscher Barista-Meister, Deutscher Vize-Meister Coffee & Spirits und Drittplatzierter beim Latte Art Contest: Thomas Schiessl. Sein bis dahin erfolgreichstes Jahr als Barista. Am diesjährigen Wettbewerb konnte er nicht teilnehmen, dafür bereitet sich aber jetzt schon (!) auf die Meisterschaften 2010 vor – wenn er nicht gerade “baristamäßig” auf Messen oder EU-Gipfeln unterwegs ist. Und daneben tüftelt er an den optimalen Zubereitungen für unsere Maskal-Kaffees. Etwas Besseres konnte uns gar nicht passieren!

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Thomas Schiessl

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Kaffee, Kaffe, Espresso, Espreso, Expresso und die Optimierung einer Website (SEO)

 

Wir sind ein Online shop und verkaufen Kaffee und Espresso, seit einiger Zeit aber auch Kaffe, Espreso und Expresso. Wir haben auch eine SEO´lerin. Und weil viele Leute bei uns Kaffee und Espresso etc. bestellen und wir ihn schnellstmöglich verschicken ist es wichtig, dass viele Leute von der Existenz unseres  Online Shops bzw. von unserer Website wissen. Genau deshalb betreiben wir die SEO (Search Engine Optimization). Der moderne Mensch googelt, yahoot oder altavistat eben. Deshalb, logisch, ist es wichtig, unsere Website so zu optimieren, damit wir mit dem, was wir verkaufen, von den Suchmaschinen gefunden werden.

Dies war bisher eigentlich nur Kaffee und Espresso. So haben wir denn auch schön optimiert. Viele Male "Espresso" untergebracht, viele Male "Kaffee". Aber die Welt ändert sich, die Lebensverhältnisse ändern sich, die Sprache ändert sich (auch wenn es unsere lieben französischen Nachbarn nicht wahr haben wollen), die Schreibweise ändert sich (wovon wir Neue-Rechtschreibung-Deutsche ein Lied singen können) und Starbucks hat in Muskat (Oman) seinen ersten Coffee Shop eröffnet.

So weit, so gut, möchte man meinen. Aber weil sich die Schreibweise vieler Wörter im Deutschen geändert hat, müssen wir weiter optimieren. Nein, ich spreche nicht von den Folgen der Rechtsschreibreform, ganz und gar nicht. Ich spreche von dem, was sich ganz und gar abseits der Reform entwickelt hat, ermöglicht in seiner rasanten Verbreitung durch die neuen, elektronischen Medien wie das Internet. Ich spreche von bewussten, gewollten Veränderung wie "news4press", "cu", "Peter´s Wurstbude" und ähnlichen, aber auch von ungewollten oder nicht besser gewussten falschen Schreibweisen.

Letzteres erkläre ich mir, vereinfacht, so: Einer schreibt, sei es, er weiß es nicht besser oder er hat sich einfach vertippt, online ein Wort falsch, in einem Artikel, einer Publikation, auf einer Website oder in einem Blog. Die Suchmaschinen greifen dieses falsch geschriebene Wort auf und tragen es in alle Welt hinaus. Und weil mittlerweile ungeheuer viele Menschen internetzwerken, schleichen sich natürlich entsprechend häufig falsch geschrieben Wörter ein. Aber die Suchmaschinen sind begierige, nicht-korrigierende Fressmaschinen, schlucken alles … und spucken es wieder in die weite Internetwelt hinaus. Ein häufig falsch geschriebenes Wort erscheint dann im Internet im Laufe der Zeit in so großer Zahl, dass man sich manchmal zu fragen beginnt, ob dies nun eine Ausgeburt der Rechtschreibreform ist, einfach ein falsch geschriebenes Wort, oder ob es sich um eine bewusst andere, aber nicht "Regel konforme" Schreibweise handelt.

Zurück zu Kaffee, Espresso und der Websiteoptimierung: Wissen Sie, wie viele Suchergebnisse bei der Eingabe von "Kaffe" (also mit einem "e" geschrieben) bei Google erscheinen? Na, geben Sie es mal ein; sie werden sich wundern. Ich kann es Ihnen aber auch sagen: heute, am 15.07.08 sind es 13.100.000! Neben schlichten Tippfehlern wie bei "Rupp´s Kaffe&Teehaus" (das ich zufällig gut kenne), "Kaffebohne" oder "Oma Köstlichkeiten Feinste Pralinen Confiserie Kaffe Tee u. Geschenke" gibt es aber auch unzählige Sites, bei denen diese Schreibweise bewusst gewählt wurde, sei es bei der bekannten Bezeichnung für die Cleanroom-Implementierung einer Java Virtual Machine, bei einer bulgarischen Band, die 2005 ihr Land beim Eurovision Song Contest vertreten hat, oder sei es, dass man auf eine schwedische Site geraten ist, denn Kaffee wird im Schwedischen "Kaffe" geschrieben.

Bei "Espreso" (also mit einem "s" geschrieben) gibt es mit einer Zahl von 346.000 deutlich weniger Suchergebnisse, aber auch hier findet man neben schlichten Tippfehlern, wie es einen Segafredo in "Shopping.com" traf bewusste Schreibweisen wie bei der "Simone Espreso & Wine Bar" in Manhattan, der "Espreso ZinnoBar GmbH" in Duisburg oder Sie auf eine tschechische Site geraten, denn im Tschechischen schreibt sich Espresso mit einem "s".

Bei der Schreibweise "Expresso" mit 13.700.000 Suchergebnissen in Google scheint mir bei der Durchsicht die bewusst veränderte Schreibweise hingegen dominierend zu sein.

Was hat dies alles mit unserem Online Shop und der Optimierung einer Website zu tun? Nun ganz einfach: um die Traffic-Zahl zu erhöhen baut man einfach an prominenten Stellen wie Titel, Description oder Header, aber auch hier und da im , die falsch bzw. bewusst anders geschrieben Varianten ein. In unserem Fall wären das z.B. die oben erwähnten Varianten von "Espresso" und "Kaffee". Damit erscheinen die Begriffe, wenn die "Optimierung" gut gemacht ist, unter Umständen auf vorderen Ranking-Plazierungen. Eventuell, wenn der Titel und die Description für den Leser interessant erscheinen, klickt er oder sie auf das Suchergebnis und schwuppdiwupp … habe ich ihn oder sie auf meiner Website. Dieses Vorgehen bewirkt eine zusätzlich Fortpflanzung falsch resp. bewusst anders geschriebener Varianten eines Wortes.

Ist dies eine sinnvolle Strategie der Websiteoptimierung? Ich kenne inzwischen genügend Webmaster und Optimierer, die dies empfehlen und auch gezielt so machen. Ich selbst bezweifele den Erfolg dieser Strategie, weshalb wir sie auch grundsätzlich nicht verfolgen. Denn: Außer den Usern, die sich bei der Eingabe ihres Suchwortes einfach vertippt haben verprelle ich letzten Endes doch jeden, der auf einer Site (meiner Site) gelandet, auf die er gar nicht wollte. Ich habe zwar Traffic erzeugt, aber der User ist genau so schnell wieder weg wie er gekommen ist. Also, was bringt mir das für den Verkauf meiner – richtig geschriebenen – Kaffees und Espressi? (Aber was richtig geschrieben? "Kaffee" leitet sich mit größter Wahrscheinlichkeit vom arabischen "Qahwa" ab, und Espresso, da sind wir nicht ganz so fern, vom romanischen "espressivo".)

Und zum Abschluss: Haben die Macher der deutschen Rechtschreibreform von all den Entwicklungen, von der rasanten Verbreitungsgeschwindigkeit "neuer" Schreibweisen und deren wie und warum etwas mitbekommen? Ich persönlich denke: Natürlich haben sie das. Aber warum unterlag seinerzeit die spanische Armada der flinken britischen Flotte mit ihren kleinen, beweglichen Schiffen? Die Armada war zu langsam …

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