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Haltet den (Content)Dieb!

Wenn man zitiert wird, freut man sich natürlich. Denn ein Zitat deutet nicht nur auf eine Auseinandersetzung mit einem Thema hin, sondern natürlich auch in gewisser Weise auf Anerkennung. Was aber, wenn die eigene Leistung nicht zitiert, sondern gestohlen wird? Über unerlaubte Kopien, bzw. Content-Aggregation, wie das im Neusprech so schön heißt, freut man sich weniger.

Aber, die “romantische” Vorstellung, dass jemand in unser Büro kommt, heimlich alle Unterlagen (sprich: Postings) kopiert und dann erneut bei sich im stillen Kämmerlein in den Computer tippt, ist falsch. Der Schlüssel liegt in einem (recht praktischen) Feature moderner Webseiten, bzw. Blogs. Der RSS-Feed trägt den “Content”, sprich jeden Beitrag, automatisch in die Welt. Das ist für die Leser sehr praktisch, denn so bleibt man immer auf dem Laufenden, wenn sich im Blog etwas tut. Unser heimlicher Content-Dieb nutzt diesen Feed nun aber nicht in seinem Reader, sondern setzt die Inhalte gleich auf seine eigene Webseite. Und schwupps – schon existiert der Blogbeitrag, den man gerade noch im Kaffee-Satz! veröffentlicht hat, auch auf der Content-Dieb-Website.

Nun muß man natürlich unterscheiden, zwischen “Dieben” und “Dieben”. Die sauberste Lösung, ist natürlich eine Kooperation. So können unsere Blogleser in der rechten Navigationsspalte Neues vom barista24-Partner lesen, technisch nach dem gleichen o.g. Prinzip funktionierend. Aber, erstens geschieht dieses “aggregieren” mit Einverständnis von Barista24, und zweitens wird nur die Überschrift angezeigt, nicht der gesamte Text. So etwas hilft also allen Parteien. Jetzt gibt es die zweite Gruppe von “Aggreganten”, diese Zeitgenossen fragen nicht nach, sondern ziehen sich den Feed direkt herunter, und veröffentlichen einen Auszug (meist 1-2 Sätze, bzw. die Zusammenfassung des Feeds) auf ihrer Website, weisen dann auf den Volltext hin und verlinken auch zur Original-Quelle. So etwas ist rechtlich in der Grauzone, nicht völlig vom Zitatrecht gedeckt aber “irgendwie” noch okay.

Die dritte Gruppe, ist nicht mehr so harmlos wie die beiden anderen. Content-Diebe dieser Klassifikation klauen einfach den gesamten Feed-Text des jeweiligen Blogpostings. Und natürlich weisen sie auch NICHT auf die Quelle hin, weder mit Nennung des Urhebers, noch mit einem Backlink zur Original-Quelle. So etwas ist ärgerlich, denn “mit fremden Federn schmücken” finden wohl die meisten Menschen eher “uncool”. Aufmerksame Zeitgenossen können eine solche Auseinandersetzung ja derzeit in den Feuilletons Deutschlands nachlesen – in der Diskussion um die Inspirationen für das Buch Axolotl Roadkill der Nachwuchs-Autorin Helene Hegemann). Während aber das eine Buch erst einmal nicht schlechter dasteht als das andere Buch, ist eine 1:1 Kopie im Netz etwas schwerwiegender, was die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen angeht. Denn Suchmaschinen möchten Ihren Nutzern gerne genuinen Inhalt anbieten, und nicht 10 x die gleiche Soße. Also werden die “Kopien” einfach in den “Giftschrank” der Suchmaschine verbannt, und nur ein Text angezeigt. Da aber die Suchmaschinen oft nicht wissen, wer nun der Urheber und wer der Kopierer ist, kann es passieren, dass im schlimmsten Fall die Kopie im Index gelassen wird, und nicht das Original. Ärgerlich!

In die Dritte Kategorie gehört ganz klar dieser Zeitgenosse. Der Betreiber baut sich gerade ein Kaffee-Blog auf, allerdings ohne eigene Inhalte, sondern mit dem, was das Netz so hergibt. Unter anderem werden auch die Texte vom Kaffee-Satz! Kaffeeblog veröffentlicht. Auch dieser Artikel, den Sie gerade lesen, können Sie dort schon finden! Garniert mit ein paar Produktbeschreibungen von eKaffee.com, News von Kaffee-Aktuell.de (zur Zeit nicht aktiv) und ein paar Blog-Postings von den Kollegen vom espresso-kaffee-blog.de. Das geht natürlich nicht, und trotz fehlendem Impressums lässt sich der Seiten-Inhaber recht schnell herausfinden. Wir werden also dem guten “Kaffeefreund” mal auf die Bohnen, ähm Finger klopfen müssen :-)