Maskal nimmt an Kaffee-Verkostungstour HARRAR CUPPING CARAVAN 2010 in Äthiopien teil

Es ist mitten in Karneval. Ein Büttenredner nach den anderen quält sich über dem Bildschirm. Halb Deutschland verschleudert seine Jahresdosis an guter Laune in nur wenigen Tagen, die andere Hälfte holt sie sich in diesen Tagen. Die Karawane zieht weiter, der Sultan “hät Doosch” – was ich jahrzehntelang als ‘hält durch” verstanden haben; so eine Art orientalisches Kampftrinken muss das sein, dachte ich mir!

Naja, von Tee wird kaum ein Beduine alkoholisiert. Von Kaffee auch nicht! Das ist mir sympathisch – und deswegen habe ich mich gefreut, zum erlesenen Kreis der Teilnehmer der Ethiopian Cupping Caravan 2010 – so etwas wie die Camel-Trophy der Kaffee-Junkies – zu zählen, die sich Mitte März mit einem Kamel der Lüfte nach Dire Dawa und von dort in die Hochburgen des äthiopischen Kaffees um die Stadt Harrar begibt. Zugegeben, Hans, der einst seine Verkostungstrainings in Addis Abeba absolviert hat und als ausgwiesener Kenner der äthiopischen Kaffees gilt, hat mir die Reise abgetreten, da ich die Wochen danach ohnehin in Äthiopien zugange bin, und sich eine Operation ‘Harrar’ dann natürlich anbietet.

Als ich mir das Video zur Februar Karawane nach Sidama und Yirgacheffe angesehen habe, habe ich nicht schlecht gestaunt: Tatsächlich eine moderne Karawane, die mit mobilen, Autobatterie-betriebenen Teströstern durch die Lande ziehen. Da staunten nicht nur die äthiopischen Kaffeebauern, die selbst oft über gar keinen Strom verfügen. Insgesamt wurde Kaffees von mehr als 25 Kooperativen verkostet und bewertet – viele davon erreichten ein Niveau von 90+ – und folglich Preise, die den meisten Importeuren und Röstern in Deutschland die Tränen in die Augen treiben. Solche Kaffees sind in Deutschland kaum zu verkaufen!

Als blutiger Anfänger in Sachen Kaffeeverkostung, als der ich mich selbst weiterhin betrachte, werden meine Geschmacksknospen einen Reset bekommen, um dann später hoffentlich all die Geschmacksnoten von Blaubeeren, Nüssen, Pfeffer und Zartbitteschokolade erfassen zu können ;-) . Und ich werde Muster der besten Kaffees mitbringen, die im Kreise von Underground Roastern verkostet werden ….

Stay tuned for the Ethiopian Cupping Caravan Diary, coming soon….

4 Kommentare

  1. Veröffentlicht am 07.03.2010 um 20:59 | Permanenter Link

    Hallo Jörg,

    jetzt bin ich an der Reihe dir viel Spaß bei der “Karawane” zu wünschen. Ist auf jeden Fall ein einmaliges Erlebnis. Und wie schon auf meinem Blog erwähnt, freu ich mich auf regen Informationsaustausch nach deinem Trip.
    Bin schon auf deine nächsten Blog-Posts gespannt.
    Viele Grüße aus Hamburg
    Dominik

  2. Konstantinos Moutevelis
    Veröffentlicht am 07.03.2010 um 23:50 | Permanenter Link

    Da freuen wir uns in Deutschland sehr, da wir hoffen,daß in den nächsten Monaten über Maskal neue Spitzenkaffees erhältlich werden! Auch wenn die mehr kosten würden, ich glaube, es gibt genug Leute die den Hochgenuss bezahlen würden. Ich vermisse den Yirgacheffe Special vom letzen(oder vorletzten?) Jahr…Und natürlich einen echten rassigen Harrar, wie ich ihn schon mal irgendwo gekostet habe. Da könnte sich Maskal deutlich von den anderen Anbietern unterscheiden (tut ja schon eigentlich), die ausser wenigen Ausnahmen, mehr oder weniger immer die gleichen üblichen Kaffeesorten zur Verfügung stellen. Wenn man Jamaica Blue Mountain oder Kopi Luwak überall findet und zwar für 100€/kg, warum nicht einen vielleicht sogar besseren und mehr exotischen Äthiopischen für weniger Geld anbieten?
    Alles Gute und viel Spass in der Heimat des Kaffees!
    Dr. Moutevelis Konstantinos

  3. Veröffentlicht am 08.03.2010 um 11:58 | Permanenter Link

    @ Dr. Konstantinos: Inzwischen ist es zwar wohl wieder möglich, rückverfolgbare Single Origins aus Äthiopien zu importieren. Die Preise, für die diese Kaffees ‘weggehen’ sind ziemlich beachtlich – und deutsche Bieter sind (leider) nur sehr wenige dabei – die müssen sich immer noch die 2,19 Kaffeesteuer dazurechnen… Wir werden das wohl in Kauf nehmen!

    @ Domink – haben die Kaffeebauern selbst vorher schon einmal so eine Verkostung gemacht?

  4. Veröffentlicht am 10.03.2010 um 09:15 | Permanenter Link

    Hallo Jörg,
    um deine Frage zu beantworten: Nein.
    Keiner der Bauern, die wir getroffen haben hatte solch ein Verkostung schon mal gemacht. Sicherlich haben sie ihren eigenen Kaffee vorher schon mal getrunken, aber die Art und Weise der Beurteilung war neu für sie. Daher ist die Lernkurve für beide Seiten extrem hoch.
    Gruß
    Dominik

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