Leben in Kanada und Kaffee verkaufen in Deutschland – geht das? Heute: Wie alles anfing.

Ob man in Kanada leben und in Deutschland Kaffee verkaufen kann? Ja das geht! Und zwar sehr gut. Ich mache es mit meiner Firma “Maskal – fine coffee company” nun schon eine ganze Zeit lang, und ich möchte heute darüber berichten, wie alles anfing … und warum man in einer schwierigen Situation nicht aufgeben sollte.

Die Vorgeschichte

Angefangen hat alles auf dem Frankfurter Flughafen, morgens um 6 Uhr, als meine heutige Frau und ich nebeneinander standen, und jeder auf sein verspätetes Gepäck wartete. Man redet ein wenig miteinander, tauscht e-Mail-Adressen aus, schreibt sich gelegentlich zwischen Deutschland (wo ich wohnte) und Kanada (wo sie wohnt) hin und her.

Als dann im Jahre 2005 meine erste Frau in noch jungen Jahre verstarb, plötzlich, unerwartet (es fällt mir noch immer schwer, diese Zeile zu schreiben), war plötzlich alles anders. „Maskal“ war damals ein typisches „Familienunternehmen“, in dem meine Frau zahlreiche Tätigkeiten abdeckte. Wir waren viel unterwegs, akquirierten unsere Kundschaft primär auf Messen und Veranstaltungen und verkauften den Kaffee parallel dazu, aber eher als „Nebengeschäft“, über unseren Online Shop. Zwei bis drei Mal pro Jahr war ich in Äthiopien, um in Addis Abeba meine Verkostungstrainigs zu absolvieren, um weiter über den äthiopischen Kaffee zu lernen, Projekte voran zu treiben, Anbaugebiete und Kooperativen zu besuchen, oder um unsere Kaffee-Studienreise vorzubereiten, die wir dann mehrmals durchgeführt haben. Und plötzlich stand ich alleine da, mit einem Arbeitsaufwand, der alleine nicht mehr zu bewältigen war … Aber ich hatte kein Recht zu klagen, das habe ich mir immer und immer wieder, Tag für Tag gesagt; ich war es schließlich, der leben durfte!

Wäre mein Schwager damals nicht gewesen – ich glaube nicht, dass ich geschafft hätte, das Geschäft aufrecht zu erhalten. Er hat an allen Ecken und Enden geholfen. Ich selbst war, auch wenn ich mich immer wieder aufzubauen versuchte, in einer tiefen Krise. Wer nach 20 Jahren den Partner verliert, ist einfach in einer Krise; man hat das tiefe innere Gefühl, nur noch die Hälfte einer Person zu sein. Und dieses Gefühl hält lange an …

Der Neubeginn

Um es kurz zu machen, Clementine, so heißt meine zweite Frau, hat mich dann irgendwann nach Kanada eingeladen, um ein wenig abschalten zu können. Im Oktober 2006 haben wir geheiratet und im Januar 2008 eine wunderbare Tochter bekommen. Inzwischen habe ich meine „dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung“, einen kanadischen Führerschein, bin krankenversichert, und wenn ich will, kann ich in 3 Jahren die kanadische Staatsbürgerschaft beantragen. Manch einer mag denken (und hat es auch gedacht!), dass dies alles ein wenig zu schnell ging. Nein, beim Blick auf meine Frau und meine Tochter weiß ich, es war die richtige Entscheidung.

Fast 2 Jahre lang bin ich aber erst ein Mal zwischen Deutschland und Kanada hin und her gependelt, unterbrochen durch Flüge nach Äthiopien, Jemen und Rwanda. Im Gegensatz zu Jemen und Äthiopien war Rwanda allerdings weitgehend privater Natur, denn dort hielten wir unsere traditionelle Hochzeit ab (Clementine ist gebürtig aus Rwanda).

Der Umzug

m Oktober 2007 bin ich schließlich komplett umgezogen. Ich betone „umgezogen“, denn ich betrachte mich nicht als Auswanderer. Die Entscheidung für Kanada fiel, weil Clementine hier eine sehr gute, unbefristete Stelle hat, und ich als Selbständiger deutlich flexibler bin als Sie. Also bin ich umgezogen, von A nach B, mit ein bisschen Wasser dazwischen, sozusagen mit dem Flugzeug „um die Ecke“.

Während all dieser Zeit galt es natürlich, Kaffee zu verkaufen. Und nachdem klar war, dass ich umziehen werde, war die größte Herausforderung, das Geschäft völlig neu zu strukturieren und zu organisieren.

Darüber morgen mehr.

Wer aber bereits Fragen zu dem bisher Gesagten hat, kann dies gerne über die Kommentarfunktion tun.

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2 Kommentare

  1. Sarkisova
    Veröffentlicht am 24.09.2009 um 18:17 | Permanenter Link

    Gutentag Herr Volkmann
    Ihre Lebens und Kaffee Geschichte war sehr beruhrend und intressant. Ich habe mit sehr aufmerksamkeit gelesen.
    Ich mochte gerne wissen ,wenn ich frage zu Thema Kaffee und Kaffee Geschaeft hab , ob Sie mir helfen koennen.
    Anna von Stuttgart

    Danke

  2. Veröffentlicht am 03.05.2012 um 13:56 | Permanenter Link

    Es ist schon erstaunlich, wie das Leben oft spielt. Aber ich bin überzeugt davon, dass Ihr Entschluss, nach Kanada zu gehen, richtig war. Ich reise selbst seit Jahrzehnten beruflich immer wieder nach Kanada und besitze dort inzwischen eine Wohnung auf Vancouver Island. Ausschließlich familiäre Gründe halten mich noch in Deutschland, aber heimisch fühle ich mich schon seit langem in Kanada.

Ein Trackback

  1. [...] ich in der ersten Folgen beschrieben habe, wie alles anfing, wie die Maskal – fine coffee company und der Online-Kaffee-Versand strukturiert sind und wie alles [...]