Von Kaffee und Vögeln

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Dass es vogelfreundlichen Kaffee gibt, ist ja nicht ganz neu – birdfriendly heißt das dazu gehörige Zertifikat! Aber wie freundlich sind eigentlich Vögel zu Kaffee?

Penelope das Hokko-Huhn pickt purpurroten Kaffee
Drauf gekommen bin ich über einen Blogpost eines südafikanischen Rösters. Auch Steffen Schwarz von Coffee Consulate berichtete vor einigen Tagen darüber: Da gibt es doch auf der brasilianischen Fazenda Camocim im Bundesstaat Espirito Santo einen hühnerartigen Vogel, der sich Jacu, oder lateinisch Penelope superciliaris nennt. Penelope – wenn ich das schon höre! Und es wundert mich daher auch nicht, dass die fedrige Zicke aus der Familie der Hokkohühner – der Name passt zu Penelope – Kaffeesträucher plündert, und zwar dann, wenn die Kirschen so schön rot und gerade richtig reif sind! Penelope erntet also selektiv – besser könnten es nicht einmal die geschulten Arbeiter der Fazenda.

Penelope supercularis (c) Eurico Zimbres

Penelope supercularis (c) Eurico Zimbres

‘Birdfriendly’ at its best
Da Farmer Henrique aber auf ‘bio’ setzt, wird der Vogel nicht gleich gerupft. Nein man schleicht ihm hinterher und sammelt das auf, was der Verdauungsprozess übrig lässt. Gut es kostete den Henrique etwas Überzeugungskraft, seine Mitarbeiter dazu zu bewegen dies zu tun. Aber wenn der Chef sagt, dass das gut ist, muss das gut sein! Nach langer Tüftelei wurde ein 3-monatiger Lagerungsprozess entwickelt, bei dem die verdauten Bohnen (noch in ihrer Pergamenthaut befindlich) reifen. Heraus im wahrsten des Worts – kam der wohl seltenste Kaffee der Welt, der damit dem Kopi Luwak – dem Zibet-Katzenkaffee – diesen Titel abgerungen haben dürfte. Zu trinken gäbe es den Kaffee unter anderem in Kapstadt, zum Beispiel beim Worldcup 2010. Wo genau, das verrate ich ein anderes Mal. Und ich bin gespannt, welche weiteren Tierarten folgen. Also ich kenne da noch eine Affenart in Äthiopien, bei denen sollte ich mal nachfragen…