Wie gut ist mein Kaffee und Espresso geröstet? Ein einfacher Test zum Feststellen der Röstqualität.

Welche Aromen ein Kaffee oder Espresso entfaltet, wie er schmeckt und wie verträglich er ist (d.h. wie viel Säure, insbesondere der den Magen belastenden Chlorogensäure) er enthält, hängt im Wesentlichen von der Röstung ab. Vereinfacht gesagt gilt für Kaffee die Formel:

Kurzzeitröstung mit hoher Temperatur (ca. 1,5 – 3 Minuten bei ca. 300 Grad im Durchschnitt) = hoher Anteil an Chlorogensäure;

Langzeitröstung mit niedriger Temperatur (ca.12 – 15 Minuten bei 200 Grad Celsius im Durchschnitt) = geringer Anteil an Chlorogensäure.*

Ob ein Kaffee oder Espresso (für den die gleiche Formel gilt wie für Kaffee, aber mit anderen Zeit- und Temperaturwerten) nun schonend im Langzeitverfahren oder eher auf die “brutale” Art im Kurzzeitverfahren geröstet wurde, lässt sich auf einfache Art feststellen.

1. Kaffee:

Nehmen Sie hierzu einen Spezialitätenkaffee wie z.B. unseren Yirgacheffe-Kochera und einen beliebigen Kaffee einer bekannten Marke (Tchibo, Jacobs …). Bereiten Sie beide Kaffees in gewohnter Weise zu, trinken jeweils ein wenig davon und notieren sich in eigenen Worten die Unterschiede, die Sie feststellen können. **

Lassen Sie die beiden Kaffees nun einige Stunden stehen, bis sie gut abgekühlt sind. Danach probieren Sie noch ein Mal. Sie werden sicher eine große Überraschung erleben! Der gut durchgeröstete Kaffee sollte weiterhin schmackhaft sein. Der weniger gut durchgeröstete Kaffee …, aber probieren Sie es einfach aus! Sie können sich den jetzt feststellbaren Unterschied ebenfalls notieren oder auch gerne einen Kommentar hier hinterlassen!

Sollten Sie bei dem Test nicht gemahlenen Kaffee, sondern ganze Bohnen verwendet haben, so gibt es eine weitere Möglichkeit, die Rösttiefe festzustellen. Legen Sie hierzu eine Hand voll Bohnen der beiden Kaffees bei gleichen Lichtverhältnissen nebeneinander. Nehmen Sie dann von jedem Kaffee eine weitere Hand voll, mahlen ihn möglichst fein, geben das Pulver jeweils auf einen kleinen Teller und stellen ihn zu dem entsprechenden, ungemahlenen Kaffee.

Sie werden möglicherweise feststellen, dass sich das Farbbild des Pulver gegenüber dem der Bohnen teilweise verändert hat: Beim gut durchgerösteten Kaffee sollte das Pulver dieselbe Farbe haben wie die Bohnen – die Hitze ist vollständig in die Bohnen eingedrungen; beim kurzzeitgerösteten Kaffee hingegen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Pulver heller ist als die Bohnen – ein Indiz dafür, dass die Bohnen durch die hohe Hitze zwar außen braun wurden, bedingt durch die kurze Röstzeit die Hitze aber nicht vollständig in die Bohnen eingedrungen ist; die Bohnen sind unvollständig geröstet und mit Säuren überladet!

2. Espresso:

Die beiden oben beschriebenen Vergleichsverfahren gelten in gleichem Maße für Espresso. Wegen der generell längeren Röstzeit bei Espresso gegenüber Kaffee sind die feststellbaren Unterschiede allerdings nicht ganz so extrem wie bei Kaffee – aber genau so vorhanden.

Viel Spaß beim Testen!

*Anm. 1:

Achtung: dies sind Durchschnittswerte, die lediglich der Orientierung dienen! Wie ein Kaffee geröstet wird  hängt neben den Vorlieben des Rösters bzw. den an ihn gestellten Forderungen von vielen Faktoren ab, von den spezifischen Eigenschaft der verwendeten Bohnen(-Mischungen), über die technischen Gegebenheiten bis hin zur  Wetterlage. Rösten von Kaffee ist ein äußerst komplexer Vorgang!

** Anm. 2: Eine ausführliche Beschreibung, worauf Sie im Detail achten können, finden Sie hier. Die ausführliche Beschreibung einer Kaffeeverkostung für die Anwendung zu Hause finden Sie hier.

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Ein Trackback

  1. [...] einem älteren Artikel zu diesem Thema habe ich noch einen zweiten, ebenfalls sehr einfachen Vergleichstest beschrieben, [...]