Gut, man kann sich fragen, ob eine Kaffeemaschine 11.000 Dollar wert sein kann. Einen Blogpost zumindest war es schon den Coffee-Pirates im Juli letzten Jahres wert - uns jetzt auch, zumal der Kaffee daraus zu dem Besten gehört, was ich in den letzten Monaten “außer Haus” trinken durfte. In einem Bridgehead Café in Ottawa, einem der wenigen Coffee Shops, die sich eine solche Maschine leisten, durfte ich die Zubereitung einer Tasse Yirgacheffe filmen - was, am Rande erwähnt, die Aufmerksamkeit einiger Gäste an der Maschine erregte. Wie aber funktioniert die Clover?
Der Barista gibt gemahlenen Kaffee auf einen extrem feinen Filter (in unserem Fall 11 g Pulver/200 ml Wasser), der auf einem Kolben angebracht ist, welcher sich in die Maschine absenkt. Danach wird heißes Wasser zugegeben. Ist das Kaffeepulver durchfeuchtet, hebt sich der Kolben und erzeugt einen Unterdruck, der das Wasser durch das Kaffeepulver zieht. Das fertige Extrakt wird dann direkt über einen Hahn in die Tasse gelassen. Abschließend hebt sich der Kolben mit dem Kaffeesatz, der mit einem kleinen Schieber von der Maschine gezogen werden kann (PS: Im Video leider nicht mehr zu sehen).
Der Charakter des Yirgacheffe kam sehr gut zur Geltung. Allein die Brühtemperatur war offensichtlich etwas zu hoch geraten und verursachte eine leichte Bitternote. Dennoch - ein bemerkenswerter Kaffee aus einer außergewöhnlichen Maschine. Dass allein eine gute Maschine aber nicht ausreicht, einen guten, charaktervollen Kaffee zu erzeugen, konnte Hans bestätigen: Er probierte zuvor einen Sidamo und einen Harrar aus der Clover - und war gar nicht angetan; ganz anders als beim Yirgacheffe habe sich weder bei dem einen, noch dem anderen auch nur andeutungsweise der jeweilige Charakter entfaltet. Es bestätigt sich eben einfach immer und immer wieder: Ein perfektes Geschmackserlebnis entsteht nur, wenn jedes einzelne Glied in der langen “Vom Baum zur Tasse”-Kette für sich genommen perfekt ist!








6 Kommentare
Leider hat sich Starbucks meines Wissens die Lizenz für die Clover Maschinen exklusiv “gezogen” - frei erhältlich sind sie wohl nicht mehr. Eine der letzten “freien” Clovers steht übrigens bei den Bonanza Coffee Heroes in Berlin!
Joh.
Hallo Jörg & Johannes,
tatsächlich? Den Clover habe ich bei den Bonanzas noch nie gesehen….Muss mal wieder bei denen vorbeischaun. Da scheint sich ja einiges getan zu haben.
Dank Jörgs Bericht habe ich nun noch mehr den Eindruck, dass das Gerät eine ganz schöne Geldmacherei zu sein scheint. Aber probieren wollen wir dennoch alle, das muss ich zugeben
Grüße,
Annika
Guter Beitrag mit guten Hintergundinfos. Ein Kaffee aus dieser Maschine wäre wohl wirklich mal ein Versuch wert!
Es ist richtig, dass Starbucks[TM] die Rechte an der Clover hält. In ihren Kaffeehäusern findet man die nicht. Gemunkel nach, plant S. die Clover in Einsatz zu bringen, dann allerdings in einer “outgesourcten Marke”…also mit anderem Logo und ökologischerer Palette…wie gesagt - Gemunkel…
Ich finde eine Kaffeepresse ist cooler
Grüße,
Arne
Ich meine auch, dass die Maschine sicher keine 11.000 Euro wert ist. Dennoch würde mich interessieren, wie so ein Kaffee wohl schmecken mag.
Ich finde, dass diese Kaffeevollautomaten keinen wirklich guten Kaffee produzieren. Ich muss mich der Meinung von Arne anschließen, dass Kaffeepressen viel cooler sind.