Kaffee aus Spanischer Röstung reicher an Antioxidantien

Dieser Tage schrieb ich im Rahmen von Arnes Blog-Parade über die Möglichkeiten, die kränkelnde deutsche Kaffeekultur durch Freie Radikale zu kurieren. Gemeint waren damit die Spitzensurfer der dritten Welle des Kaffees, die mit frischen Ideen die Szene beleben.

Ansonsten sind freie Radikale ja eher aus der Marketing-Poesie der Wellness-Industrie bekannt und von dort gar nicht mehr weg zu denken.

Freie Radikale – Feindbild der Anti-Aging-Bewegung
Freie Radikale – sie sind das Feindbild der Anti-Aging-Bewegung, die kleinen Teufelchen in unserem Körper, die ihn schneller altern lassen und des Nachts die Falten in die Stirn und die Krähenfüße um die Augen gravieren. Diese Furchen in meiner Haut bekämpfe ich seit einigen Jahren erfolgreich mit Wild-Sanddorncreme aus – welch Analogie – einem Erosionsschutzprojekt im Königreich Mustang (Nepal). Mit dem Erfolg, dass mich meine Frau jetzt zehn Jahre jünger schätzt ;-) . Denn sie ist reich an so genannten Antioxidantien, die freien Radikale neutralisieren sollen. Von Innen kommt das Manna meiner Mitochondrien unter anderem aus nepalesischem Schwarztee oder aus zwei, drei Tassen einer der diversen köstlichen Kaffeesorten, die ich aus aller Herren Länder zugeschickt bekomme.

Der landläufige Irrglaube, Kaffee schade der Gesundheit, scheint ja inzwischen wissenschaftlich widerlegt zu sein. Es ist wie bei Vielem – eine Frage von Quantität und Qualität:

C-A-F-F-E-E, trink nicht soviel Ka-haffee,
nicht für Kinder ist der Tü-hürke-hentrank,
schwächt die Nerven, macht dich bla-hass u-hund krank
sei doch kein Muselmann,
der es nicht lassen kann!

heißt es in einem bekannten, heute etwas rassistisch anmutenden Kinderlied von Carl Gottlieb Hering (1766-1853), der vielen von uns auch durch Gassenhauer wie Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp oder Morgen, Kinder, wird’s was geben bekannt geworden ist.

In puncto Qualität ist ja schon bekannt, dass Industrieröstungen von wenigen Sekunden bis Minuten bei gleichzeitig sehr hohen Temperatur die aggressiven phenolischen Chlorogensäuren erhalten, während Manufaktur-Röstungen die Bekömmlichkeit deutlich erhöhen.

Spanische Röstung reicher an Antioxidantien
Jetzt hat die spanische Biologin mit dem klangvollen Namen Isabel López Galilea in ihrer Dissertation belegen können, dass die Torrefacto-Röstung, auch als Spanische Röstung oder despektierlich Kaffeeverkohlung genannt, den ohnehin hohen Gehalt an Antioxidantien im Kaffee noch deutlich steigen kann. Bei der Torrefacto-Röstung wird ein mittlere bis dunkle Röstung mit karamellisiertem Zucker ummantelt. Eine im Röstprozess optimierte Zuckermenge scheint die Entwicklung von stark antioxidativen Inhaltsstoffen zu begünstigen. Gleichzeitig fand die Wissenschaftlerin heraus, dass Espresso-Maschinen im Vergleich mit anderen Zubereitungsmethoden deutlich mehr Antioxidantien produzieren. Dies liegt vermutlich daran, dass diese Form der Kaffee-Extraktion mehr braune Inhaltsstoffe, Polyphenole und Koffein produziert.

Baristi aufgepasst
Da sich der gekonnte Umgang mit der Espresso-Maschine als Kunst versteht und ein weites Experimentierfeld bietet, hätten wir hier, liebe Baristi, doch eine neue Wettkampf-Disziplin entdeckt: Die Healthy Cup Challenge.

Quellen: scientificblogging, SciensDaily

7 Kommentare

  1. Tamara Bettoni
    Veröffentlicht am 21.07.2009 um 15:00 | Permanenter Link

    Ich mag nur die Arrabica Bohnen aus Senegal. Probiert mal diesen Kaffe, aber trinkt ihn mit einer French Press.
    Liebe Grüsse
    Tamara von BONZ bloggt

  2. Veröffentlicht am 22.07.2009 um 14:08 | Permanenter Link

    Hallo Tamara,

    kann es sein, dass Du Dich im Land vertan hast:)?

    Viele Grüße,

    Hans

  3. Veröffentlicht am 29.07.2009 um 19:12 | Permanenter Link

    vielen vielen vielen Dank für diesen Beitrag.
    Die Welt braucht mehr hiervon, auch wenn sie dies noch nicht weisst. Die mehr wir über diesen geliebten Getränk WISSEN, desto größter wird unsere Freude und Genuss…

  4. Angela Mintz
    Veröffentlicht am 06.01.2011 um 00:00 | Permanenter Link

    Ich bin hier über Google auf die Webseite gestossen. Bitte nicht falsch verstehen, aber ich wollte eins mal wissen, wieviel Besucher habt ihr denn so täglich? Macht Ihr irgend etwas in Richtung Suchmaschinenoptimierung? Oder hat sich das eher von selbst im Netz herumgesprochen und dementsprechend Links aufgebaut?

    [ Anm. von Maskal: Sowohl als auch. Linkaufbau durch Blogspam funktioniert aber nicht, darum haben wir auch Ihre gepostete URL entfernt :-) ]

  5. Anton Dybe
    Veröffentlicht am 07.04.2012 um 10:28 | Permanenter Link

    Liebe KaffeeGenießerinnen , KaffeeGenießer ,

    welche Kaffees sind denn mit der Torrefacto-Röstung veredelt worden ?
    In welchen Geschäften (zB Rewe , Kaufland , usw) können wir die Kaffees erwerben ?

    Liebe Ostergrüße von
    a.w.

  6. Veröffentlicht am 14.04.2012 um 15:30 | Permanenter Link

    Hallo Anton,

    sorry, ich weiß leider nicht, wo solche Kaffees derzeit erhältlich sind!

    HAns

  7. Carolin
    Veröffentlicht am 09.09.2012 um 13:23 | Permanenter Link

    Hallo!

    Falls es noch relevant ist: Die “Wiener Melange” von Tchibo enthält einen Torrefacto-Anteil, ist mir persönlich aber zu mild. Bis vor ein paar Jahren gab’s bei Tchibo noch den “Gran Café”, der war tatsächlich eine spanische Mischung aus… seitdem bin ich selbst auf der Suche (und dabei hier auf der Seite gelandet), wenn meine spanischen Vorräte zur Neige gehen.

    Einen Online-Shop habe ich bisher gefunden, der spanische Kaffees anbietet; da ich ihn aber noch nicht ausprobiert habe, kann ich zum Shop selbst nichts sagen. Einige der Marken kenne ich aus Spanien, andere sind mir unbekannt. Reinen Torrefacto-Café habe ich in Spanien übrigens noch nie gesehen, er wird immer als “Mezcla” (Mischung) aus Torrefacto und “normaler” Röstung angeboten.

    Viele Grüße
    Carolin

    Anmerkung der Redaktion: Werbe-Links wurden entfernt.