Ruanda: Tolle Kaffees beim ersten CUP OF EXCELLENCE auf dem afrikanischen Kontinent

Ruanda, das Land, das nach wie vor bei uns allen schlimme Erinnerungen weckt, richtet seit vielen Jahren seinen Blick ganz entschieden und konsequent nach vorne: politisch, insbesondere aber wirtschaftlich. Ein schlagendes Beispiel dafür ist der Kaffeesektor: Ruanda ist es als erstem afrikanischem Land gelungen, den berühmten „Cup of Excellence“ ins Land zu holen. Offensichtlich bestätigt sich also unser „Riecher“, den wir vor Jahren schon hatten, und wir trotz des Risikos, das unbekannte Kaffees mit sich bringen, mit dem Karangera und dem Kinunu gleich 2 ruandische Kaffees in unser Programm aufgenommen haben.

Ich vermute, dass die Initiative, den „Cup of Excellence“ in Ruanda, und damit erstmals in seiner Geschichte außerhalb Zentralamerikas (!) stattfinden zu lassen, von der äußerst aktiven ruandischen „Coffee task force“ ausging. Und es ist sicher auch kein Zufall, dass gleich im Februar 2009 die EAFCA-Konferenz („Eastern African Fine Coffee Association“-Konferenz) in Kigali stattfinden wird.

Ungeachtet dessen, wer hinter all diesen Initiativen steckt: Ruanda macht bei den Qualitäten seiner Kaffees, wie ich an anderer Stelle bereits dargestellt habe, seit dem Jahr 2001 Riesenschritte nach vorne. Das aktuelle Großereignis, der „Cup of Excellence“, und das kommende, die „EAFCA-Konferenz“, sind logische Konsequenzen, hinter denen ein klares Ziel steckt: Ruanda will wirtschaftlich nach vorne und auf eigene Beine kommen!

Der „Cup of Excellence“
Der „Cup of Excellence, ein Wettbewerb, der nach einem umfangreichen Auswahlverfahren den prämierten Kaffee stets Höchstpreise bei der abschließenden Versteigerung erbringt, wird in 4 Stufen abgehalten:

1.: Nationale Vorauswahl der Kaffees: Aus allen eingereichten Kaffees werden ca. 150 Kaffee für den Wettbewerb zugelassen;

2.: Verkostung und Bewertung der zugelassenen Kaffees durch eine nationale Jury: Es erfolgt eine Auswahl der besten ca. 60 Kaffee; sie müssen alle mindesten 84 Bewertungspunkte aufweisen;

3.: Verkostung und Bewertung dieser ausgewählten Kaffees durch eine internationale Jury: Prämierung der besten Kaffees;

4.: Etwa 6 – 8 Wochen später erfolgt die Online-Versteigerung der prämierten Kaffees.

Der Zeitplan für Ruanda sah nach der nationalen Vorauswahl wie folgt aus:

Nationaler Wettbewerb: 18. – 22. 08.08
Internationaler Wettbewerb: 24. – 29. 08.08
Online-Versteigerung: 14.10.08

Die internationale Jury war mit jeder Menge Vertretern der „Crème de la crème“ der Verkostungszene besetzt: George Howell (Terroir Coffee, USA), Tom Owen (Sweet Maria´s, USA), Steven Leighton (Has Bean, UK) oder Andreas Hertzberg (Solberg&Hansen, Norwegen), um nur einige von ihnen zu nennen.

Verblüfft war ich allerdings über die hohe Punktzahl des Sieger-Kaffees: 92,07 für den gewaschenen Buremera-Kaffee von Uwimana Rose (MIG; s. nächsten Absatz)! Das ist enorm! Diese Punktzahl zeigt, was sich in Ruanda in den vergangenen 7 Jahren getan hat!

Mit dem Eigentümer von MIG („Multisector Investment Group“), Vincent Ngarambe, habe ich mich vor ziemlich genau 2 Jahren nach dem Besuch seiner Ngoma-Waschanlage im sehr gemütlichen Restaurant des Hotel Gorillas in Kigali und später noch ein Mal auf einem (zufällig gleichen) Flug nach Addis Abeba getroffen. Ein cleverer Geschäftsmann mit klaren Visionen. Dass sich seine Visionen aber so schnell realisieren ließen, hätte ich mir damals nicht ausmalen können – und vermutlich er selbst auch nicht! Glückwunsch Vincent, aber nicht nur zum ersten Platz, sondern auch zu Platz 3, 9 und16, die andere Kaffees der MIG belegt haben!
Eine Abbildung der Buremera-Waschanlage können Sie bei „Rwanda Global Village“ sehen (PS: Auf den Link „Global Village Rwanda“ klicken, dann auf der erscheinenden Landkarte auf die Bohnen im unteren mittleren Bereich klicken; eine davon ist Buremera).

Obwohl ich in der Liste der prämierten Kaffees einige vermisse, denen ich hohe Bewertungen zugetraut hätte, ist das Gesamtergebnis beeindrucken! Ruanda braucht, wenn man sich die 2008-Ergebnisse der anderen „Cup of Excellence“-Länder anschaut, einen Vergleich nicht zu scheuen. Und man darf sich sicher auch ein Mal vorsichtig auf die Schulter klopfen, wenn der eigene Siegerkaffee eine deutlich höhere Punktzahl hat als der Siegerkaffee von Costa Rica (90,17)!

Das Gesamtergebnis des „Cup of Excellence“ von Ruanda 2008 können Sie hier sehen.

Ein Trackback

  1. [...] Preise für die Bauern anzustreben, oder wie im August diesen Jahres als Jury-Mitglied beim "Cup of Excellence" in Kigali/Ruanda. George weiß, wo die besten Kaffees erzeugt werden … und kauft die besten der besten [...]