Bald keinen Harazi-Kaffee mehr aus dem Jemen?

Im Oktober/November ist im Jemen Haupt-Erntezeit. Unsere Harazi-Vorräte werden noch bis ins neue Jahr hinein reichen, aber dann wird es eng werden. Um zu wissen, wann wir mit neuer Ware rechnen können wie es mit unseren Kaffee aus dem Haraaz-Projekt qualitäts- und mengenmäßig aussieht, habe ich dieser Tage mehrfach mit Shabbir el Ezzi, dem Gründer und Leiter des Projekts telefoniert.

Altertümliche Kaffeeverarbeitung im Haraaz-Gebirge (Jemen)

Altertümliche Kaffeeverarbeitung im Haraaz-Gebirge (Jemen)

Nur noch für Heimröster?

Was sich in diesen Telefonaten zunächst bestätigt hat war das Geläut der Glocken, das mir schon zuvor zu Ohren gekommen ist: Shabbir möchte in Zukunft gezielt den Heimröster-Markt, und da an vorderster Stelle den amerikanischen, mit seinem Kaffee beliefern. Das hätte bei den kleinen Mengen, die nach wie vor produziert werden zur Folge, dass gewerbliche Röster keinen Zugang mehr zu diesem vorzüglichen Kaffee hätten. Das würde schon an der Verpackungsgröße von 500 g (ich buchstabiere: fünfhundert!) scheitern. Die nächst größere Verpackungseinheit wäre 20 x 500 g, immer noch eine Größe, mit der kein gewerblicher Röster je etwas anfangen könnte.

Der Preis für 20 x 500 g würde 137,5 USD betragen, umgerechnet 13,75 USD/kg. Ein noch akzeptabler Preis, auch wenn es sich nicht um einen FOB-, sondern um einen, nennen wir es mal “Vor Ort”-Preis handeln würde.

Hohe Transportkosten

Doch selbst wenn es sich ein Spezialitätenröster antun möchte, sich mehrere Verpackungseinheiten à 20 x 500 g zu beschaffen, er würde spätestens bei den Versandkosten das Handtuch schmeißen. Shabbir möchte den Kaffee ausschließlich “door to door” per FedEx verschicken – wofür man für 20 x 500 g 262,50 USD hinblättern müsste! OK, FedEx ist der mit Abstand beste Servicedienstleister im Versandbereich, den ich je erlebt habe (und dem ich für das Hin- und Herschicken einiger Dokumente zwischen Kanada und Deutschland 240,- kanadische Dollar gezahlt habe …; aber die kanadischen Botschaft arbeitet nun mal ausschließlich mit FedEx …), aber für 10 kg Kaffee stimmt die Relation nicht mehr.

Doch für Spezialitätenröster erhältlich?

Lange Rede kurzer Sinn: Ich habe intensiv mit Shabbir darüber diskutiert, dass er die Spezialitätenröster in Zukunft ebenfalls bedienen soll. Das ist durchaus denkbar, denn er hatte, wie er mir gestand, schon daran gedacht, kleine Säcke von 15 und vielleicht 30 kg anzubieten. Ich konnte ihn schließlich dazu bewegen, auch 50 kg-Säcke in seinen Gedankenspielen einzuplanen. Hoffen wir, dass es dabei bleiben wird! Denn es wäre zu schade, wenn dieser feine Kaffee mit seiner gesamten dahinter stehende Idee der Einkommensverbesserung für die Bauern nicht mehr für uns zugänglich wäre.

Vielleicht gibt es ja noch andere Interessenten für diesen Kaffee!? Ein Zusammenschluss und die Order einer größeren Menge macht Zugänge zu bestimmten Kaffees deutlich einfacher.

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