Terra Madre: Slow Kaffee aus Äthiopien

Kaffee ist ein Weltkulturgut – Kaffee aus Äthiopien ist noch mehr – nämlich ein Weltkultur- und -Naturerbe. Zwar hat es er diesen Titel bisher nicht offiziell erhalten, verdient hätte er ihn aber alle Mal. So werden hoffentlich in Kürze zumindest ein oder zwei UNESCO Kaffee-Biosphärenreservate in Äthiopien ausgewiesen. Sie sollen dem Erhalt von Wildkaffee dienen. Und in unserer längjährigen Partnerregion Gololcha, am Fuße des fast 4000 Meter hohen Arba Gugu-Massivs, gibt es sogar eine Terra Madre Food Community.

"Slow" Harrar-Kaffee aus Gololcha (Äthiopien)

"Slow" Harrar-Kaffee aus Gololcha, Äthiopien (Foto: Langenbahn)

Terra Madre – Netzwerk ursprünglicher Lebensmittelerzeuger
Von der Slow Food Bewegung ins Leben gerufen, versteht sich Terra Madre als ein weltumspannendes Netzwerk zwischen allen Beteiligten der Lebensmittelkette. Bei Terra Madre stehen Erzeuger im Mittelpunkt, die sich der Erhaltung der biologischen Vielfalt der Lebensmittel und dem respektvollen Umgang mit Mutter Erde widmen. Alle zwei Jahre treffen sich die verschiedenen Erzeugergruppen in Turin, um sich auszutauschen, aber auch, um von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden – das nächste Mal wieder im Herbst diesen Jahres. Auch viele deutsche Slow Food Convivien werden die Gelegenheit nutzen, der Terra Madre einen Besuch abzustatten.

In der Slow Food Editore ist ein herrliches Kompendium von über 1.600 Terra Madre Gemeinschaften aus etwa 140 Ländern zusammengestellt, darunter auch die “Coffee Producers of the Gololcha Forest“. Deren ungewöhlich milder und würziger, zum “Harar”-Charakter zählender Kaffee ist schon seit 2003 fester Bestandteil des Maskal-Programms. Schon probiert?

Umso trauriger, dass es – bedingt durch nicht unfragwürdige wirtschaftspolitische Entscheidungen – im privaten Sektor derzeit quasi unmöglich geworden ist, derartige Spezialitätenkaffees, die diesen Namen auch verdienen, aus Äthiopien zu exportieren.

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