Besuch der Bob-o-Link Kaffee-Farmen in Brasilien.

Ich habe lange gezögert, den vor einiger Zeit begonnenen Bericht über meine Brasilien-Reise fortzusetzen. Ich habe gezögert, weil ich erst wissen wollte, ob das Ergebnis der Reise den Aufwand gelohnt hat.

Das Ergebnis liegt jetzt vor – in Form des während der Reise gemeinsam mit dem Produzenten neu zusammengesetzten und seit Ende 2010 in Hamburg lagernden Bob-o-Link-Kaffees. Unser Resümee lautet: Die Reise hat sich nicht nur gelohnt, die Erwartungen wurden übertroffen! Der Reihe nach …

Nach Besuch des Coffee Lab von Isabela Raposeiras, worüber ich bereits berichtet habe, holte uns am 15. August 2010 der Initiator des Bob-o-Link-Kaffees, Marcos Croce, zusammen mit seiner Familie in Sao Paulo ab. Nach gut 4 Stunden erreichten Rainer und Barbara Braun, Michael Sopper und ich die in den Mogiana-Bergen gelegene Farm der Croces, die Fazenda Ambiental Fortaleza. Beim ersten Umschauen war sofort klar, dass auf dieser Fazenda die Uhren und Gedanken etwas anders ticken.

Die drei großartigen Köchinen auf der FAF

Die drei großartigen Köchinnen der Fazenda Ambiental Fortaleza

Frühmorgens mit Ornitologen im Primärwald der Fazenda unterwegs

Frühmorgens mit Ornithologen im Wald auf der Fazenda unterwegs

Auch wenn uns auf der Farm das ein oder andere im Bestreben nach Idealisierung des naturnahen Anbaus und Lebens persönlich etwas befremdlich war, so muss man den Initialzündungen für einen nachhaltigen Anbau qualitativ hochwertiger Kaffees, die von dieser Farm ausgehen, hohen Respekt zollen. Es waren ja drei Anliegen, die mich nach Brasilien reisen ließen: Mir erstens ein Bild davon zu verschaffen, inwieweit die (Selbst-)Darstellung der Farm und ihrer Aktivitäten nach außen mit der Realität übereinstimmen, zweitens die am Bob-o-Link beteiligten Farmen zu besuchen, und drittens den Bob-o-Link-Kaffee neu zusammenzustellen, um ihn vielseitiger als bisher verwenden zu können.

Nach 5 Tagen auf der Fazenda Ambiental Fortaleza und dem Besuch von 10 Bob-o-Link-Farmen war mir klar, dass wir letztes Jahr mit der Entscheidung, den Bob-o-Link erstmals und als erste in Deutschland zu kaufen, deutsche Röster als Käufer des Kaffees versuchen zu gewinnen (dazu mehr in einem späteren Artikel) und schrittweise eine enge Beziehung zu den Produzenten aufzubauen, eine richtige Entscheidung getroffen haben.

Dass ein “Relationship”-Kaffee eine andere Hausnummer ist als ein Kaffee, den man mit einer einzigen e-Mail bei einem Importeur ordert, dürfte auf der Hand liegen. So etwas erfordert einen ungemein höheren zeitlichen und finanziellen Aufwand. Aber wie man auf dieser Basis gemeinsam mit den Produzenten einen Kaffee verbessern resp. auf bestimmte Bedürfnisse hin verändern und dadurch ein Kaufinteresse bei Röstern wecken kann, zeigt das dritte Anliegen der Reise: Die Neuzusammensetzung des Bob-o-Link-Kaffees. Wie wir die Zusammensetzung im Detail durchgeführt haben, darüber werde ich in den kommenden Tagen berichten.

Hier noch einige der besuchten Bob-o-Link-Farmer, die uns alle durch ihre Persönlichkeit, ihre Leidenschaft und die Qualität ihrer Kaffees beeindruckt haben:

Silvio u. Celso Minussi

Silvio und Celso Minussi

Joao Hamilton

Joao Hamilton

Gertrude Celso

Gertrudes

José Rosseto

José Rosseto

Ein Trackback

  1. [...] welchen ich den Besuch bei der brasilianischen Barista und Rösterin Isabela Raposeiras sowie der Bob-o-Link-Farmen geschildert habe, beschreibe ich heute das eigentliche Hauptziel meiner letztjährigen Reise nach [...]

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