Auf den Spuren des Kaffees: Beeindruckender Bilderzyklus des Starfotografen Sebastião Salgados in Berlin.

Es war im vergangenen Herbst, als ich mich zu Forschungszwecken in Bonga, im Herzen der äthiopischen Kaffeeprovinz Kafa aufhielt. Genauer gesagt im Bonga Guesthouse, einer der wenigen akzeptablen Übernachtungsmöglichkeiten im Umkreis von mindestens 100 Kilometern. Normalerweise sind hier nur Mitarbeiter von Entwicklungshilfeorganisationen oder Wissenschaftler zu Gast. Als ich mich ins betagte Gästebuch einschreiben will, bleibt mein Blick am letzten Eintrag hängen: Sebastião Salgado, Photographer.

Für mich als Hobbyfotograf ist Salgado, der ehemalige Magnum-Fotograf der derzeit beste Fotojournalist – ein Idol! Seine Porträts von Kindern aus aller Welt sind sensationell. Seine Schwarzweiß-Reportagen, oft über Menschen in – sagen wir – problematischen Lebensumständen, gehen unter die Haut. Unvergesslich für mich die babylonische Szenen brasilianischer Minenarbeiter. Ich ärgere mich schwarz-weiß, dass ich nicht eine Woche früher hier gewesen bin.

Noch bis zum 5. Oktober präsentiert Salgado in Berlin mit der Ausstellung „In Principio“ (am Anfang) einen Bilderzyklus der verschiedenen Phasen des Kaffeeanbaus und –handels. Die Bilder stammen aus der Zeit zwischen 2002 und 2007 und aus fünf Kaffee produzierenden Ländern, u.a. auch Äthiopien, was seinen Aufenthalt In Bonga nachträglich erklärt. Die Ausstellung wird präsentiert von Illy Caffè, für die Salgado schon öfters unterwegs war. Einige seiner Bilder zieren nun auch eine limitierte Edition von Illy Caffè-Espressodosen und -tassen. Ein Auszug des 60-teiligen Zyklus ist unter der Rubrik Kunst der Illy-Webseite zu sehen, ein spanischsprachiges Video auf Youtube.