Indonesien: Besuch der Permata-Kaffee-Kooperative auf Sumatra

Von unserem Gastautor Siegfried Klein aus Banda Aceh, Sumatra, Indonesien.

Wie im letzten Beitrag in Aussicht gestellt, habe ich inzwischen die Permata-Kaffee-Kooperative besucht. Sie liegt im Westen Bener Meriah’s, im Kernland der Provinz Aceh auf Sumatra. Um am ersten Tag nach einer 6-stündigen Fahrt nicht zu lange in die Dunkelheit hinein zu geraten, was auf den Straßen Sumatras sehr gefährlich werden kann, habe ich am Freitag etwas früher Feierabend gemacht.

Sonnenaufgang am See, Takengon

Sonnenaufgang am See, Takengon

Auf dem Weg nach Permata

Übernachtung in einem 1* Hotel in Takengon am See, Genuss des wahrlich herrlichen Sonnenaufgangs am frühen Morgen und ein weiterer Ritt von 1,5 Stunden zur Kooperative. Die Strecke ist nicht gerade lang, aber aufgrund der Strassenverhältnisse spürte ich dann doch jedes Gelenk an meinem Körper. Meinem langjährigen und in Sachen Kaffee sehr erfahrenen Begleiter Juandi ging es nicht viel besser.

Keine Wiederaufbau-Milliarden nach dem Tsunami

Die Gebäude der Kooperative liegen im Ort Simpang Utama, der wiederum ein Teil der Verbandsgemeinde Bandar ist. Permata ist nach einem Gebiet benannt, das im Osten Bener Meriah’s liegt. Das Gebiet zählt zu einem der rückständigsten in der Provinz Aceh; hier sind die Wiederaufbau-Milliarden in Folge des Tsunami nicht angekommen. Lediglich die KfW finanziert hier ein kleineres Rehabilitierungsprojekt zur Wiederherstellung der ehemaligen Kaffee-Pflanzungen.

Büro Koperasi Permata

Büro Koperasi Permata

Die Kooperative

Die Gebäude der Kooperative haben nicht unbedingt den Charakter der üblichen Kooperativen in dieser Gegend. Es handelt sich lediglich um ein Wohnhaus und ein kleineres Bürogebäude. Keine Lagerhalle, kein Gerät zum Schälen der Parchments, keine Trocknungsflächen.

Gleich nach Ankunft begrüßte uns ein freundlicher junger Mann, der sich als Pak (Herr) Gazali, seines Zeichens Manager von Permata vorstelllte.

Links Übersetzer Juandi, rechts Manager Koperasi Permata

Links mein Begleiter und Übersetzer Juandi, rechts der Manager der Koperasi Permata

Sehr engagiert und motiviert beantwortete er unsere neugierigen Fragen. So konnten wir erfahren, dass die Permata-Kooperative derzeit ca. 1.010 Mitglieder zählt, die eine Anbaufläche von ca. 1.430 Hektar bewirtschaften; 50% der Fläche ist bio-zertifiziert, für die restliche Fläche ist eine  Zertifizierung beantragt.

Gespräch bei Koperasi Permata

Gespräch bei Koperasi Permata

Beste natürliche Voraussetzungen für den Kaffee-Anbau

Die Kleinfarmen der Mitglieder liegen 1,5 bis 4 Autostunden von hier entfernt, in relativ ärmlichem Gebiet, aber reich an Natur und mit sehr guten Bodenverhältnissen. Gute Voraussetzungen für gute Arabica-Bohnen.

Der Export belief sich in 2008 auf ca. 1.000 Tonnen. Wohin die Bohnen verschifft werden, ist dem Manager nicht bekannt. Das gesamte Processing des geernteten Kaffees findet in Medan statt, ebenso das Export-Managment.

Der Export des Kaffees

Hierfür ist PT. Mandago Internasional zuständig. Mandago sitzt auch im Führungsgremium der Kooperative.

PT. Mandago Internasional (MI) baut derzeit ein neues, fortschrittliches, innovatives Warehouse in Bener Meriah, das zukünftig auch von Permata genutzt wird, ca. 5 km entfernt von dem vorgenannten jetzigen Anwesen, Das hat darüberhinaus auch den Vorteil, dass dann der Kaffee direkt im Gayo-Hochland exportfertig verpackt werden kann.

Zukünftige Kaffee-Verarbeitungshalle von PT. Mandago

Zukünftige Kaffee-Verarbeitungshalle von PT. Mandago

Moderne Anlagen sichern Qualität und Einkommen

PT. MI ist ein sehr großer Exporteur in Medan, der neben Gayo auch noch andere Kaffees aus Nord Sumatra exportiert und sehr erfolgreich im Palmöl-Geschaft tätig ist. Inhaber ist ein sehr eloquenter und wirtschaftlich erfolgreicher Acehnese, der mit dem Bau der neuen Processing-Anlage in Bener Meriah eine zukunfts- und richtungsweisende Investition tätigt. Nur so kann der Qualitätsstandard gehalten und gesteigert werden. Und nur durch Steigerung des Qualitätsstandards können zukünftig  nachhaltige Einkommen den Kleinbauern gesichert und akzeptable Preise für ihre Produkte gezahlt werden.
Durch die stete und rasant wachsende Anbaufläche im Gayo-Hochland rechnet man in wenigen Jahren mit einer Marktsättigung und einem parallel einhergehendem Preisverfall.

Zukünftige Kaffee-Verarbeitungshalle von PT. Mandago

Zukünftige Trocknungsanalage Pt. Mandago

Nur diejenigen, die sich jetzt bereits auf die Zukunft vorbereiten, werden weiterhin nachhaltige Einkommen erzielen können. Insofern ist die Investition von Mandago als sehr vorbildlich zu erachten.

Bauern von Permata konnten wir leider nicht besuchen; auf Grund der katastrophalen Strassenverhältnisse hätte das unseren Zeitrahmen gesprengt.

Wir haben jedoch sehr interessante und positive Eindrücke mitnehmen können.

Baumfarne in Permata

Baumfarne in Permata

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