10 Milliarden schweizer Kaffee-Kapseln und der Mann mit dem Aluminiumlächeln

Gerade bin ich in “Die Presse” auf einen lesenswerten Artikel gestoßen, der zwar nichts Ultra-Neues bringt, aber interessante Fakten gut zusammenfasst. Aufhänger für den Artikel ist die vor genau einer Woche erfolgte feierliche Eröffnung einer neuen Produktions- und Verteilerstätte im schweizerischen Avenches für Nespresso-Kapseln mit einem geplanten Jahresausstoß von bis zu 10 Milliarden Kapseln. “Mitarbeiter” George Clooney, um das für alle weiblichen Nespresso-Fans gleich klar zu stellen, war bei dieser “Happy hour” nicht zugegen.

Leider bleiben in dem Artikel einige Fragen offen. Das liegt aber weniger am Autoren Peter Martens denn vielmehr an der Kommunikationspolitik des 5g-Espresso-Kapsel-Herstellers: ” … es gibt Fragen, die beantworten wir nicht!” Na, das werd` ich mir mal merken …

Den Artikel können Sie hier nachlesen. Zur Eröffnung des neuen Werks gibt es im Internet weiterhin zahlreiche Artikel und Pressemitteilungen.

2 Kommentare

  1. Veröffentlicht am 18.06.2009 um 10:34 | Permanenter Link

    “Mit einem Preis ab 149 Euro sind sie deutlich billiger als die der meisten anderen Anbieter, auch die Kapseln ab 31 Cent pro Stück scheinen erschwinglich. Dass damit ein Preis von 50 bis 70 Euro pro Kilogramm Kaffee fällig wird, ist offenbar den wenigsten bewusst. Dass nach jeder einzelnen Tasse Aluminiummüll zurückbleibt, der in der Herstellung besonders energieintensiv ist, auch nicht.”

    Tja, das scheinen wirklich die wenigsten Leute zu merken. Ganz ehrlich: mir wäre das zu teuer – und zu langweilig. Denn der Kaffee schmeckt ja immer gleich!

    Zu den 1%… was genau ist denn eigentlich in den Kapseln drin? Melange oder Sortenrein? Und wenn zweites – welche denn? Hab da nix gefunden :(

  2. Veröffentlicht am 18.06.2009 um 14:21 | Permanenter Link

    Ich sehe das mit dem Alu-Müll ebenso kritisch, wobei laut Outpresso-Webseite (www.outpresso.com/nespresso-sammelsystem-d.htm) das Problem erkannt ist und inzwischen ein Recyclingsystem mit über 50 % Rücklaufquote eingeführt ist. Ob das als ein Erfolg zu bezeichnen ist, lassen wir mal dahin gestellt, denn das Alu muss ja erst einmal hergestellt werden – Illy verwendet meines Wissens Weißblech.
    Welche Kaffee-Qualität in Nespresso verwendet wird, weiß ich nicht – ich probier das Zeug erst gar nicht. Mir ist aber bekannt, dass die großen Konzerne gezielt ‘Kaffeeschrott’ (getrocknete Schalen, Bruch etc.) aufkaufen und in gewissem Anteil untermischen – hab mal eine Original-Probe in der Hand gehabt. Man kann ja jeden Kaffee so lange rösten, bis er geschmacklich sowas von tot ist, dass man den Unterschied zwischen Kaffee und anderem organischen Material nicht mehr schmeckt… Und gemahlen sieht man das dann auch nicht mehr.
    Warum die Leute für den Kapselkram 50-70 Euro/Kilo zahlen, aber für einen handgerösteten Premium-Kaffee aus gesicherter Herkunft keine 20 Euro ausgeben wollen, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Die Kunden wollen halt vera…t werden.
    Schöne Grüße

    Jörg