Wir sind Bob-o-linked! Kaffeebauern aus Brasilien erzählen warum.

Nachhaltig angebauter Kaffee aus Brasilien? Weitgehend Fehlanzeige! Der Anbau von Kaffee ist beim weltweit größten Produzenten noch immer weitgehend Plantagenanbau. Massenproduktion für Billiglohn und den Billig-Markt. Ganze Landschaften sind fast völlig entwaldet, Vögel verstummt, Böden und Flüsse vergiftet – für 2,69 Euro das Pfund beim Discounter.

Kaffeeplanatge in Minas Gerais

Kaffeeplantage in Minas Gerais

Doch ein kleines Grüppchen von Kaffeebauern in den Mogiana-Bergen nahe Mococa im Bundesstaat Sao Paulo, Brasilien geht seit einigen Jahren neue Wege: Nachhaltiger Kaffeeanbau mit Wiederherstellung naturnaher Landschaften – lebenswert und ab dem 1. Mai auch trinkbar – als “Bob-o-Link”-Kaffee und -Espresso bei Maskal.

Hier erzählen unsere Partnerbauern, warum sie umgestellt haben:

José Antonio Faconi (links) erzählt.

José Antonio Faconi (links) erzählt.

“Ich bin José Atonio Faconi aus Sitio Santa Lucia in Caconde, Sao Paulo. Ich lebe seit 33 Jahren an diesem Ort hier, an dem ich auch geboren bin und lernte, in den Kaffeeplantagen zu arbeiten. Dann heiratete ich Monica A.P. Rossetto. Wir gründeten gemeinsam eine Familie und arbeiteten hart für unsere Zukunft. Weil wir eine kleine Farm sind, haben wir weder Maschinen noch ein Fahrzeug, um unseren Kaffee irgendwo hinzubringen, aber wir können auf unsere Nachbarn zählen – und nur aus dem Grund können wir überhaupt weiter Kaffee anbauen.

Vor zwei Jahren begegneten wir Marcos von der Fazenda Ambiental Fortaleza. Er zeigte uns ganz neue Sichtweisen: Bisher verwendeten wir große Mengen von Agro-Chemikalien, die unserem Land, den Tiere und uns schadeten. Wir verschmutzten die Landschaft, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, welche Auswirkungen dies hat, und was das für unsere Kinder und Enkel bedeuten würde. Kunstdünger und Pestizide sind nun Vergangenheit, unser Müll wird getrennt und in der Stadt sachgerecht entsorgt. All unsere Wasserquellen werden jetzt geschützt. Und das Beste ist, dass der Kaffeeverkauf in unserer Partnerschaft jetzt so prima läuft! Das macht uns zuversichtlich.

Die Arbeit ist zwar sehr schwierig, aber wir hoffen, die Früchte unserer Anstrengung ernten zu können. Dafür ist es wichtig, den Kaffee punktgenau zu ernten, richtig zu trocknen und vor allem die Frucht mit größter Sorgfalt zu behandeln. Unsere Arbeit endet hier aber nicht. Wir wollen noch härter arbeiten für einen besseren Preis, der es uns ermöglicht, neue Ausrüstung zu finanzieren, die dann zum einen unsere Arbeit erleichtert und andererseits die Qualität weiter verbessert. Kaffee ernährt uns, und vom Kaffee hängt für uns alles ab.” *

gez. José Antonio Faconi, Monica Ap. Rossetto, Marcos Vinicios Faconi und Leticia Cristina Faconi.

* Übersetzung: Marcos Croce, Jörg Volkmann

Renaturierte Kaffeelandschaft in den Mogiana-Bergen

Renaturierte Kaffeelandschaft in den Mogiana-Bergen

Ein Kommentar

  1. Marie
    Veröffentlicht am 05.10.2010 um 13:25 | Permanenter Link

    Es wird Zeit dass mehr Kaffeebauern, gerade in Niedriglohnländern wie Brasilien, zunehmends auch die rentabilität eines nachhaltigen Kaffeanbaus für sich entdecken. Denn was viele Bauern scheinbar nicht bedenken ist, dass ein von Chemikalien verseuchter Boden irgendwann keinen Kaffee mehr produziert.

Ein Trackback

  1. [...] Reise gemeinsam mit dem Produzenten neu zusammengesetzten und seit Ende 2010 in Hamburg lagernden Bob-o-Link-Kaffees. Unser Resümee lautet: Die Reise hat sich nicht nur gelohnt, die Erwartungen wurden übertroffen! [...]