Coffee-Hunting: Kaffee-Exklusivitäten auf der Spur – Vanuatu (3)

Neues von Tanna-Kaffee. Interview mit Programmleiter Terry Adlington, Teil 2

Nachdem wir uns im ersten Teil des Interviews mehr den sozioökonomischen Fragen des Kaffeeanbaus auf Tanna gewidmet haben, geht es im zweiten Teil um Ökologie und Nachhaltigkeit.

Euer Kaffee wird biologisch angebaut. Kann man ihn als Schattenkaffee bezeichnen?

Ja, alle unsere Kaffees sind zu 100 % organisch. Die Bauern setzen traditionelle Anbaumethoden ein, wobei wir die Erhaltung des Baumbestandes extra honorieren. In den wiederhergestellten Kaffeeanbauflächen fördern wir eine Mischbepflanzung mit Kaffee und Glyricidia, einem Stickstoff bindenden Schattenbaumgehölz und Desmodium einem krautigen Bodendecker, der ebenfalls Stickstoff fixiert.

Stichwort Klimawandel: Wie macht sich dieser auf Tanna bemerkbar und wie gehen die Menschen mit dem Thema um?

Bisher gibt es meiner Meinung nach noch keine spürbaren Auswirkungen des Klimawandels auf die einzigartigen Klimabedingungen der Insel. Allerdings geht von Wirbelstürmen eine nicht unerhebliche Bedrohung aus.

Ihr exportiert bisher ja ausschließlich gerösteten Kaffee, und das meistens mit dem Flugzeug. Wie passt das mit dem Nachhaltigkeitsanspruch zusammen?

Obwohl ich persönlich mir der Bedeutung von CO2-Emissionen völlig bewusst bin, ist es schwierig, dies unseren Bauern zu vermitteln, da dieses für sie sehr, sehr abstrakt ist. Ich bin für einen ehrlichen Umgang mit der Thematik: Natürlich wollen wir durch die Röstung hier die Wertschöpfung innerhalb Vanuatus maximieren und per Luftfracht dem Kunden gleichzeitig möglichst frische Ware liefern. Air Vanuatu fördert den Außenhandel, der für unser Land sehr wichtig ist, mit besonders günstigen Frachttarifen. Der Kaffee wird jedoch nur mit regulären Linienflügen als Beiladung exportiert. Für jedes Päckchen, das wir verkaufen geht zusätzlich 1 % direkt zurück an die Kooperativen, um das Kaffeeprogramm weiter zu entwickeln.

Was hältst du davon, wenn man auf den Verkaufspreis einen zusätzlichen CO2-Aufschlag für die Einführung von lokalen Klimaschutzmaßnahmen wir Aufforstung und Energie sparende Techniken erheben würde? So weit ich weiß, gibt es in Vanuatu ein Projekt mit Biokraftstoff aus Abfällen der Kokos-Verarbeitung.

Da Tanna noch überwiegend dicht bewaldet ist, sehe ich im Bereich Aufforstung eher einen geringeren Bedarf. Ich wäre aber sehr für Maßnahmen, die direkt dem Einkommen bzw. der Lebensqualität zugute kommen.

Hier können Sie sich die Bewaldung der Insel Tanna genauer ansehen

So, nun wollen wir aber endlich wissen, ob der Tanna-Kaffee auch geschmacklich überzeugt! Hans, was kannst du uns von deiner Verkostung berichten?

Darüber werde ich in der nächsten Folge berichten. Nur so viel vorab: Der Tanna ist der säureärmste Kaffee, den ich je in der Tasse hatte! (Hans)