Coffee-Hunting: Exklusiven Kaffee-Spezialitäten auf der Spur – Laos (Folge 1)

Coffee-Hunting – schon wieder so ein unnötiger Anglizismus“, werden Sie sagen! Aber manche Sachverhalte lassen sich halt in fremder Sprache einfach eleganter und treffender ausdrücken. Um Sie zu beruhigen – es geht hier nicht um Jagderlebnisse, sondern vielmehr um eine Entdeckungsreise rund um die Welt auf unserer Suche nach einzigartigen Kaffee-Provenienzen, ihren Menschen und Geschichten, die oftmals mehr als unter die Haut gehen. Unsere erste Reise führt uns nach Laos.

Laos

Im Sommer besuchte uns, wie fast jedes Jahr, eine langjährige Freundin aus meiner Zeit beim Entwicklungsdienst. Sie arbeitet seit Jahren in Südostasien, genauer gesagt im Norden von Laos, und zwar für ein Tourismusprojekt in der Ebene der Tonkrüge, und erzählte mir eher beiläufig, dass es in Laos inzwischen auch sehr guten Kaffee gäbe. Das machte mich hellhörig, und ich fing an nachzufragen und zu recherchieren.

Laos hatte im vergangenen Jahrhundert besonders unter dem 2. Indochinakrieg und seinen Folgen zu leiden. Was hat das nun mit Kaffee zu tun? – Nun, nicht nur Laos, sondern auch Vietnam, Kolumbien, Nicaragua, Honduras, Guatemala, Uganda, Angola und Äthiopien sind oder waren immer wieder Schauplätze kriegerischer Auseinandersetzungen. Zu allem Unglück überlagern sich diese Konfliktregionen mit einigen der weltbesten Kaffeeanbaugebiete, und so zählen auch Kaffeebauern zu den besonders Leidtragenden. Dies hat sogar die Kaffeeindustrie dazu bewegt, eigens einen Hilfsfond für die Opfer dieser Gewalt einzurichten.

In Laos wurden während des Vietnamkrieges mehr Bomben abgeworfen als im Zweiten Weltkrieg auf Deutschland und Japan zusammen. Es klingt zynisch, aber heute kann man auf lokalen Märkten Gabeln und Löffel erstehen, die aus Kriegsmaterial, insbesondere aus Flugzeugschrott gewonnen wurden. Und immer noch sind 50 % der potenziell nutzbaren landwirtschaftlichen Flächen mit Landminen verseucht, fordern auch noch heute zahlreiche Opfer – über 70 % davon sind Kinder und Frauen.

Auch in einigen Regionen des Bolaven-Plateaus gehören Landminen immer noch zum Alltag der Menschen. Gleichzeitig erlebt die Region die Auferstehung eines Hoffnungsträgers: Kaffee.

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts starteten die französischen Kolonialherren erste Anbauversuche in dieser Region, die mit ihren bis zu 3.500 mm Jahresniederschlägen, fruchtbaren vulkanischen Böden und gemäßigten Temperatur ideal für den die Kaffeekultivierung erschien. Doch die Versuche scheiterten zunächst mehrfach, bis in den 30er Jahren endlich eine erfolgreiche Produktion von circa 5.000 Tonnen jährlich etabliert werden konnte. Kaum 20 Jahre später gab es den nächsten Rückschlag: Kaffeerost, der kriegsbedingt nicht richtig bekämpft werden konnte. Binnen kurzer Zeit hatte der Pilzbefall einen Großteil der Bestände vernichtet, was die Bauern zwang, auf den, wie der Name schon sagt, widerstandfähigeren Robusta-Kaffee umzustellen. Wenig später fiel die wieder erstarkte Produktion dem zweiten Indochinakrieg zum Opfer.

Der Wiederaufbau dauerte lange, wurde aber über 20 Jahre intensiv von der laotischen Regierung und verschiedenen Entwicklungsprogrammen gefördert. Neben Robusta setzt man seit 1993 auch auf Arabica-Catimor, eine besonders gegen Kaffeerost und die kühlen Temperaturen des Plateaus resistente Sorte, die nach und nach die empfindlichen Arabica-typica-Bestände ersetzen soll. Heute produziert Laos auf 20-30.000 Hektar jährlich 15 bis 20.000 Tonnen Kaffee, wovon jedoch nur 20 % auf Arabicas entfallen.

Bei derart geringen Produktionsmengen zählt Laos-Arabica immer noch zu den Raritäten, obwohl sich seine außerordentliche Qualität in Fachkreisen längst herumgesprochen hat: Mit seinem Gleichwicht von Säure und Körper und einer blumigen Tasse mit feinen Noten von Zitrus und Schokolade zählen ihn Experten vom renommierten Kaffee-Forschungsinstitut in Montpellier, Frankreich, zu den zwölf weltbesten Arabica-Kaffees.

Aushängeschild der Produzenten des Bolaven-Plateaus ist die Kooperative der Jhai Kaffeebauern, knapp eine Fahrstunde von der Distrikthauptstadt Paksong. Von ihr wird in der nächsten Folge unseres Coffee-Huntings die Rede sein.

Erste Proben von Bolaven sind übrigens schon unterwegs zu uns. Wir sind gespannt und gehen davon aus, dass dieser außergewöhnliche Kaffee ein heißer Kandidat für unsere Kaffeekampagne sein wird, für die Sie  mit dem nachfolgenden Kontaktformular (“Kaffee-Kampagne: Kontakt aufnehmen”) schon jetzt Ihr Interesse an der Kampagne, die wir demnächst detailliert vorstellen werden, bekunden können.

Kaffee-Kampagne: Kontakt aufnehmen
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2 Kommentare

  1. Eva
    Veröffentlicht am 16.02.2009 um 11:02 | Permanenter Link

    Sehr Interessant. Die ausführliche Information werde ich auch meine Freunde erzählen. Ich kann ohne Kaffee nicht leben, deshlab war interessant für mich was neues zum Thema zu erfahren. Danke.

  2. Veröffentlicht am 08.09.2012 um 22:45 | Permanenter Link

    Wir waren vor einige zeit in Vietnam und finde das Land ist super.
    Nette Leute und leckeres Esse. Von Vietnam Kaffee wurden wir fasziniert.
    Serh aromatisch und schokoladig.
    Auf Internet habe ich eine Seite die Kaffee aus Vietnam verkaufen.
    http://asiavshop.de/40-kaffee
    und noch dazu wie man vietnameische Kaffee trinkt
    http://blog.asiavshop.de/kaffee-aus-vietnam/
    Die Marke Trung Nguyen haben wir sehr oft in Vietnam’s Restaurant gesehen, scheint sehr beliebt zu sein.

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  1. [...] Wertschöpfungskette in Tanna endet, wie auch bei Lao Mountain Kaffee nicht beim Rohkaffee. Im 15-Kilo-Probat-Röster entstehen vor Ort herrliche Kaffeekreationen, von [...]

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