Coffee-Hunting: Ersten Kaffee aus Laos getestet (4)

Post aus Laos

Post aus Laos

Ich liebe solche Umschläge! Vielleicht, weil ich als Kind Briefmarken gesammelt habe? Oder wie unsere kleine Tochter alles Bunte liebe? Keine Ahnung. Ich erfreue mich eben einfach daran. Was mich in diesem Fall aber noch mehr erfreut hat: Der Umschlag kam aus Vientiane, der Hauptstadt von Laos. Absender: Lao Mountain Coffee. Inhalt: Vier verschieden Röstkaffees der Jhai-Kooperative, die Jörg und ich uns zum Testen haben zuschicken lassen. Eine Sendung ging zu Jörg nach Deutschland, eine zweite, mit exakt den gleichen Kaffees zu mir nach Kanada. Und ich habe mich gleich über den Inhalt hergemacht.

Das Abenteuer einer Kaffee-Bestellung in Laos

Die 4 Kaffees waren in ventillosen Silbertüten verschweißt, was ob der geringen Verweilzeit der Kaffees in den Tüten aber weitgehend unerheblich war. Erheblicher, weil nicht ganz auflösbar, war die Zuordnung der Kaffees, die wir bekommen haben, zu denen, die wir bestellt hatten. Statt

Naga Blend (Made with 100 % Arabica beans; … our signature blend …),

White Parasol (A tradtional washed Arabica coffee …),

Pure Arabica (Natural processed Arabica coffee …)

Whashed Robusta (Rohkaffee)

erhielten wir:

Naga Blend (An Arabica combination of washed & natural method …),

Washed Arabica (… made with 100 % high grown Arabica …),

Premium Arabica (Created with a blend of arabica and the famous Lao Robusta beans.)

Supreme Washed (Espresso).

Das entsprach zwar nicht unseren Erwartungen, es entsprach aber durchaus dem, was man in der Kaffeewelt erwarten darf – weshalb wir die Sache auch ganz gelassen hinnahmen. Eine 100 %ige Zuordnung war nicht machbar war, also beließ ich es dabei und konzentrierte mich ganz auf das, was da vor mir lag.

Zwei der vier Röstkaffees aus Laos

Zwei der vier Röstkaffees aus Laos

Die Röstung der Kaffees

Der Geruch beim Öffnen der Tüten verriet schon beinahe alles: Bis auf den Naga Blend, der (rein optisch) einer “City”-Röstung entsprechen dürfte, waren alle Kaffees äußerst dunkel geröstet und ölig, und rein optisch war kein Unterschied zwischen den beiden Kaffees einer- und dem Espresso andererseits zu sehen. Der Espresso namens Supreme Washed, der augenblicklich nicht in unser Konzept passt, sowie die beiden für mein Dafürhalten viel zu dunkel gerösteten Washed Arabica und Premium Arabica fielen bereits jetzt aus meinem Interessens-Fokus heraus.

Naga Blend)

Röstkaffee aus Laos (links: Washed Arabica; rechts: Naga Blend)

Die Aromen

Blieb noch der Naga Blend. Ich bereitete den Kaffee (wie der Fairness halber auch die beiden anderen Kaffees) nach dem von mir entwickelten Verfahren der “vereinfachten Verkostung für zu Hause” zu. Der Geruch des trockenen sowie des aufgebrühten Pulvers nach dem sog. “Aufbrechen” irritierte mich, da ich Noten fand, die mir bisher unbekannt waren, und die ich nicht recht zuordnen konnte. Die ausströmenden Aromen waren nicht zu intensiv, eher leichtflüchtig, bargen aber eine unerwartete Komplexität: Ein Cocktail aus tropischen Früchten, umhüllt von einem süßlichen, an Jasmin erinnernden Duft. Sehr interessant!

Säure und Körper

Da beim anschließenden Schlürfen und Trinken die Bitterstoffe der beiden dunkel gerösteten Kaffees zu sehr meine Wahrnehmung negativ beeinflussten, habe ich den Naga Blend in einer zweiten Testreihe mit unserem Gayo-Mandheling aus Sumatra verglichen. Ergebnis: Eine nicht zu starke, aber sehr klare und schöne, leicht zitrusfruchtige Säure war jetzt beim Baga Blend deutlich wahrnehmbar; der Körper ist sehr leicht. Ich denke, rösttechnisch lässt sich aus dieser Mischung noch einiges rausholen.

Nach dem Abkühlen blieb der Kaffee einwandfrei; er wurde kein bisschen sauer. Ein gutes Zeichen!

Naga-Blend.

Laos: Naga-Blend.

Eine Auffälligkeit

Ich habe zu einem späteren Zeitpunkt erneut mehrere Tassen des Naga Blend zubereitet, da mir in den ersten beiden Testreihen etwas aufgefallen war. Ich stellte also mehrere in gleicher Art und Weise zubereitete Tassen nebeneinander und verglich sie untereinander. Und siehe da, mein Verdacht bestätigte sich: Jede Tasse roch und schmeckte ein wenig anders. Der Grund kann nur darin liegen, dass es sich beim Naga Blend um eine Mischung aus gewaschenen und “natural processed”, also sonnengetrockneten Bohnen handelt; und je nach Verteilung der Bohnen für eine Tasse, kann es sein, dass man mal ein paar mehr gewaschene, mal ein paar mehr sonnengetrocknete Bohnen darin hat – und schon halt man leicht Geschmacksunterschiede. Deshalb bin ich von einer solchen Mischung, so interessant sie durchaus ist, nicht überzeugt.

Fazit

Die dunkel gerösteten Kaffee haben zu wenig Aussagekraft. Der hell geröstete “Naga Blend”, eine Mischung aus gewaschenen und sonnengetrockneten Arabica-Bohnen, ist sicher nicht das Non plus Ultra, man bekommt aber aroma- und geschmacksmäßig eine Ahnung davon, dass in den Arabicas vom Bolaven-Plateau einiges steckt. Wir haben uns deshalb umgehend einen gewaschenen Rohkaffee zukommen lassen, der hoffentlich die nächsten Tage eintreffen wird. Ich erwarte mir einiges davon und werde sicher bald darüber berichten. Der Laos-Arabica könnte durchaus ein Kandidat für unsere Kaffee-Kampagne sein, über die wir bald ausführlich berichten werden, und für die Sie mit dem nachfolgenden Kontaktformular schon Ihr Interesse anmelden können.

Die vorausgegangenen Laos-Artikel können Sie hier lesen: Folge 1, Folge 2, Folge 3.

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