Kategorie: Jemen

Bald keinen Harazi-Kaffee mehr aus dem Jemen?

Im Oktober/November ist im Jemen Haupt-Erntezeit. Unsere Harazi-Vorräte werden noch bis ins neue Jahr hinein reichen, aber dann wird es eng werden. Um zu wissen, wann wir mit neuer Ware rechnen können wie es mit unseren Kaffee aus dem Haraaz-Projekt qualitäts- und mengenmäßig aussieht, habe ich dieser Tage mehrfach mit Shabbir el Ezzi, dem Gründer und Leiter des Projekts telefoniert.

Altertümliche Kaffeeverarbeitung im Haraaz-Gebirge (Jemen)

Altertümliche Kaffeeverarbeitung im Haraaz-Gebirge (Jemen)

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Ersten Coffee-hunting-Kaffee in Nepal gekauft. Prädikat wertvoll!

Jetzt wird es langsam ernst mit unserem Coffee-hunting. Heute haben wir das Geld für den Kauf unseres ersten “Hunting”-Kaffees nach Kathmandu/Nepal überwiesen.

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Revival des Jemen-Kaffees: Ein Interview mit jemenitischen Kaffee-Produzenten.

Trotz verschiedener Herleitungen des Wortes Kaffee (aus dem Arabischen kaweh für Stärke, Lebenskraft bzw. qahwa für anregendes Getränk, oder aber, wie fälschlicherweise noch immer gerne getan, von seiner geographischen Ursprungsregion Kaffa in Äthiopien) dürfte inzwischen klar sein, dass die Erfolgsgeschichte des schwarzen Zaubertrankes als Kultur- und Konsumgut auf der arabischen Halbinsel seinen Ursprung genommen hat. Die Bezeichungen coffea arabica oder aber Mokka, ein Synonym fürden über Jahrhundete wichtigsten Seehafen für den Kaffee-Export im Jemen, sind wichtige Indizien dafür. Dennoch sind die ursprünglichen Anbaugebiete in den Bergen des Jemen bei Kaffeetrinkern in Europa bis heute weitgehend unbekannt.

Dies zu ändern ist der Wunsch einer kleinen Delegation von Kaffeeproduzenten und -exporteuren, die ich vor wenigen Tagen auf der BIOFACH, der Weltleitmesse für Bioprodukte vor’s Mikrofon locken konnte. Weiterlesen … »

Jemen: Erster Kaffee aus einem ungewöhnlichen Nachhaltigkeits-Projekt!

Bildquelle: Menno Simons

So, endlich ist es so weit: Unser neuer Kaffee aus dem Jemen ist eingetroffen, geröstet und im Shop eingestellt! Ich habe mich dieses Mal allerdings nicht für meinen geliebten “Hufashi” entschieden, der für meine Begriffe nicht optimal verarbeitet war, sondern für einen “Harazi”. Die Entscheidung für den “Harazi” hatte aber noch einen anderen Grund. Weiterlesen … »

Die ältesten gerösteten Kaffee-Bohnen der Welt – und warum es Kaffee aus dem Jemen bei Archäologie-Online zu gewinnen gibt

Warum gibt es bei Archäologie-Online Kaffee aus dem Jemen zu gewinnen? Und was haben Kaffee, der Jemen und Archäologie überhaupt miteinander zu tun? Lustige Fragen? Gewiss, wenn man zur Antwort vielleicht gibt, dass Archäologen bei einer Ausgrabung im Jemen zum Frühstück Kaffee trinken.

Aber ich meine es ernsthaft; und so ernsthaft das Kaffeegeschäft auf der einen Seite betrieben wird, so ernsthaft forschen die Archäologen und die Ur-und Frühgeschichtler auf der anderen Seite. Und unter glücklichen Umständen finden beide Seiten zusammen. So geschehen bei einer Ausgrabung Ende der 90er Jahre in Ras al-Khaima am Persischen Golf, als man Reste verkohlter, gerösteter Kaffeebohnen fand. Die Bohnenreste, bei denen es sich eindeutig um “Coffea arabica” handelte, lagen in einer Schicht, die auf Grund gut zuweisbarer Keramikfunde sowie von C14-Datierungen auf das 12, und 13. nachchristliche Jahrhundert datiert wurde.

Bisher stammte die älteste bekannte Erwähnung von geröstetem Kaffee aus der Feder von Abd-al-Kafir (1587), die jedoch, so wird gemeinhin angenommen, auf einer 100 Jahre älteren, verloren gegangenen Schrift von Shihab-al-Din beruht.

Der Fund von Ras al-Khaima hat also (im wahrsten Sinne des Wortes) die Erkenntnis ans Tageslicht gebracht, dass die Kunst des Röstens grüner Kaffeebohnen nicht nur mindestens 200 Jahre älter ist als bisher angenommen, sondern vor allem, dass sie außerhalb der beiden Länder, in denen damals Kaffee angebaut resp. gesammelt wurde, nämlich Äthiopien und Jemen, bekannt gewesen ist.

Bei der Frage, woher der in Ras al-Khaima gefundene Kaffee stammt oder stammen könnte, liegt es aus rein geografischen Gründen natürlich nahe, hierbei dem Jemen den Vorzug vor Äthiopien zu geben, auch wenn dies sicher kein stichhaltiges, aber zumindest ein nachvollziehbares Argument ist. Und damit hätten Kaffee, der Jemen und die Archäologie, um die eingangs gestellte Frage zu beantworten, sehr wohl etwas miteinander zu tun – rein wissenschaftlich.

Und weil Archäologie-Online, die größte und bekannteste deutschsprachige Site für Archäologie auf meinen Text über “Die älteste geröstete Kaffeebohne der Welt” auf unserer Maskal-Website aufmerksam geworden ist, bin ich angefragt worden, ob wir ein paar Päckchen unseres jemenitischen “Harazi” als Preis für eine Verlosung stiften möchten. Dem bin ich selbstverständlich gerne nachgekommen, und so haben alle Club-Mitglieder von Archäologie-Online, die bis zum 25.07. ihren Mitgliedsbeitrag gezahlt haben die Chance, das ein oder andere Päckchen jemenitischen “Hufashi” zu gewinnen. Und wenn der ein oder andere Archäologe oder Ur- und Frühgeschichtler unter den Gewinner sein sollte, so wird er ihn sicher fürs Frühstück zur nächsten Ausgrabung mitnehmen!

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Kaffee im Jemen: Ein Land zwischen Qahwa, Gishr und Nescafé, zwischen Exklusivität und Schmuggelware

Jemen: Kaffeeschälmaschine in einem Felsenkeller

Was den Kaffee-Konsum im Jemen betrifft, so ist die im “Kaffee Blog” des in St Gallen ansässigen “Premium Handelswaren GmbH” gemachte Aussage “… So verzichten sie (Anm.: die Jemeniten, der Autor) auf die edlen Arabica-Kaffeebohnen und benutzen anstelle dieser nur die Schale der Bohne …” nur bedingt richtig. Selbstverständlich wird im Jemen, wie es aus dem Reisebericht, auf den sich der “Kaffee Blog” bezieht, hervorgeht, Gisher getrunken, aber keineswegs ausschließlich! Gisher, zubereitet aus den aufgebrochenen, stundenlang gekochten Schalen des im Jemen ausnahmslos sonnengetrockneten Kaffees, ist ein beliebtes Getränk und wird – reichlich süß – zuhause häufig in den Morgenstunden genossen.

Daneben trinken die Jemeniten und Jemenitinnen aber auch ganz normalen, in der Regel frisch gerösteten und aufgekochten Kaffee, Qahwa, und zunehmender Beliebtheit erfreut sich, besonders im städtischen Bereich, natürlich, wie soll es anders sein, Nescafé.

Doch es gibt Versorgungsprobleme beim Qahwa: Die Jemeniten und Jemenitinnen konsumieren, worauf ich an anderer Stelle bereits hingewiesen habe, mehr Kaffee als das Land selbst produziert Deshalb wird Kaffee importiert: aus Äthiopien, Kenia, Indien, Brasilien …! 18.330 t waren es im Jahr 2006 (PS: neuere Zahlen liegen nicht vor); die Eigenproduktion betrug demgegenüber nur rund 11.000 t. Das sind die offiziellen Zahlen. Wie viel Kaffee zusätzlich illegal importiert wird … wer weiß das schon. Aber nicht aller ins Land kommende Kaffee dient dem einheimischen Konsum …!

Warum aber importiert der Jemen, das nach Äthiopien zweitälteste Kaffeeanbauland der Welt, überhaupt Kaffee? Der erste Grund liegt darin, dass die eigene Produktion auf Grund limitierender Faktoren wie veraltete und ineffektive Anbaumethoden, inadäquate Pflege der Bäume, zu geringe Regenmenge, zunehmender Anbau von Khat und vielem mehr den Bedarf nicht mehr deckt, und die Preise in Folge dessen in den vergangenen Jahren drastisch in die Höhe gingen. Mit den Importen von vergleichsweise billigeren Kaffees versucht man, die Bedarfslücke zu schließen.

Der zweite Grund ist ebenfalls wenig erfreulich. Ein Teil der (illegal) importierten Kaffees dient zum “Strecken” des Exportkaffees und ein quantitativ nicht zu bestimmender Teil des letztlich von den Konsumenten teuer bezahlten Mattari, Sana´ai oder Isma´ili ist, davon muss leider ausgegangen werden, vermischt mit den billigen Importen. Mir wurden, als ich mich 2006 im Jemen aufhielt, in der Yemen Coffee Processing Company Muster von gerade eingetroffenen keniaschinen Kaffees gezeigt, versehen mit der Anfrage, ob sie zum Beimischen geeignet seien! Wer als Importeur oder Röster die sehr teueren, exklusiven jemenitische Kaffees kauft und dabei reine jemenitische Kaffees haben möchte, der sollte sich gut mit der Materie beschäftigen!

Wer im Jemen Gisher trinkt, der kann sich sicher sein, dass die verwendeten Schalen aus dem Jemen stammen, denn ungeschälte Kaffees werden wegen des viel zu hohen Gewichts und des Platzverlustes nicht importiert. Bei einheimisch geröstetem Kaffee, dem Qahwa, dürfen schon Zweifel über die 100% heimische Herkunft angebracht werden (es sei denn, man trinkt den Kaffee bei einem Bauer zu Hause). Was den Nescafé betrifft, so will ich die Herkunftsfrage erst gar nicht stellen. Zweifel sind aber ebenfalls anzubringen bei jemenitischen Kaffees, die in den Röstmaschinen der Spezialitätenröster landen; es muss sich nicht in jedem Fall um “unerwünschte” Blends handeln, das Risiko ist aber gegeben.

Auf Grund meiner Erfahrungen im Jemen arbeite ich ausschließlich mit einem Importeur meines Vertrauens zusammen, und dieser wiederum mit ganz wenigen Exporteuren resp. Produzenten. Dieser Importeur ist zugleich der erste Importeur überhaupt, der auf eigene Kosen ein Verkostungslabor in Sana´a eingerichtet hat. Die gesamte Handelskette kann überprüft werden, so dass ich sicher sein kann, dass z.B. der “Hufashi“, den wir in unserem Online Shop anbieten, tatsächlich ein echter “Hufashi”, ein 100 %iger jemenitischer Kaffee ist.

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Jemen: Import von Kaffee höher als Export!

 

Einmalig für ein Kaffee-Anbauland:

 

JEMEN – Imports strongly up in 2007

SANA’A – Yemen imported 18,330 tons of coffee at sum of YR 1.1 billion (about US$ 5.5 million) last year compared to around 115 million in 2006 , an official report of Agricultural Marketing Department said.
Economists attributed such increase to growing demand in the local markets and the inability of local production of coffee to cover local needs in addition to exporting local coffee abroad.
Yemen imports coffee from Ethiopia, India, and Kenya, the report said.
The department said that the Yemen products coffee between 11,000 to 13,000 tons annually.

Quelle: Comunicaffe International, 13.06.08

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