Radical-coffee: Das Trio Schiessl, Sorg und Schweiger will neue Kaffee- und Barista-Maßstäbe setzen.

Wolfram Sorg (“Wolfredo”), Thomas Schiessl (“freelance-barista”) und Thomas Schweiger (“green and bean”), drei in der deutschen Barista-Szene bestens bekannte Namen, haben gemeinsam ein neues Kaffee-Blog in die Netzwelt gestellt: “Radical Coffee”. Ein nicht ganz neuer, aber ein wunderbarer Name! Und ein treffender dazu. Denn will man, wie die drei Initiatoren es beabsichtigen, der noch immer weitgehend im kollektiven Dornröschchenschlaf liegenden deutschen Spezialitätenkaffee-Szene endlich Beine machen, reicht es nicht aus, dass auch der  375ste Spezialitätenröster den 374sten Maragogype oder 373stenTarrazu gleich temperiert langzeitröstet (und möglichst beim gleichen Importeur gekauft hat) – da muss schon anders zu Werke gegangen werden: “Radikal” eben!

Mehr über Kaffee diskutieren!

Was in erster Linie “radikalisiert” werden muss, ist die Kommunikation über all das, was einen wirklich guten Kaffee resp. Espresso ausmacht. Und da gibt es jede Menge zu kommunizieren, vom Anbau bis hin zum Highend-Bereich, wie dies  u.a. unzählige, teils hervorragende Blogs im englischsprachigen Raum zeigen. Die Zahl der deutschsprachigen Kaffee-Blogs hat in den letzten Monaten zwar auffällig zugenommen, doch fehlt (was ich keineswegs negativ verstanden wissen möchte!) fast allen das, was sich Wolfram Sorg, Thomas Schiessl, (unser Maskal Kaffee-Zubereitungstippgeber) und Thomas Schweiger auf ihre “Radical Coffee”-Fahne geschrieben haben: Bewusst den “offenen Dialog” durch “das Setzen von Kontrapunkten” anzuregen. So ist es auf der Homepage von “Radical Coffee” angekündigt, und wie ich die drei einschätze, wird das keineswegs eine leere Worthülse bleiben.

Deutschland – ein Land des Geschmacks?

Das Trio hat einiges vor – auch außerhalb der neuen Blogaktivität. Einiges, da bin ich mir sicher, das Bewegung in die Kaffee- und Espresso-Szene bringen wird. Mit entscheidend über die Wellenlänge und -stärke der Bewegung wird sein, dass möglichst viele den “offenen Dialog” annehmen und den Kontrapunkten viele eigene Kontrapunkte entgegensetzen. Dann kann auf “Radical Coffee” das Fragezeichen bei “Germany – Land of Taste?” vielleicht und hoffentlich um ein paar Pixel ausgedünnt werden.

Die Barista-Szene braucht eine Belebung!

Jede Bewegung braucht ihre Protagonisten. Was Thomas, Wolfram und Thomas vor allem im Visier haben, sind Protagonisten in der Barista-Szene, die dringender denn je zuvor einen Stimulus braucht, um international nicht endgültig “in der Versenkung zu verschwinden”. Treffender als mit folgendem Zitat aus dem neuen “Radical Coffee”-Blog könnte ich deshalb diesen Beitrag wohl kaum beenden: “Es wäre klasse, wenn man in ein bis zwei Jahren Namen aus Deutschland hört, die mit Größen aus Amerika, England, Norwegen und Dänemark in einem Satz genannt werden. Bisher haben wir dies nicht, das möchten wir ändern.”

Ein Trackback

  1. [...] Nachsatz vom 08. Juni: einen lesenswerten Kommentar zur Gründung des radical coffee Blogs schreibt Hans Langenbahn im Kaffee Satz! Blog. [...]

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