Meine Blog-Empfehlung: BLOGPATENSCHAFTEN - Soziales Engagement vernetzen

Ein Gastbeitrag von Ina Müller-Schmoss

Hans hat mich gefragt, ob ich nicht mal die Idee von Blogpatenschaften in Form eines kleinen Gastbeitrages auf seinem Maskal Kaffee-Blog vorstellen möchte. Vielen Dank für die freundliche Einladung. Das mache ich hiermit gern. ☺

Bei der Idee von Blogpatenschaften.de geht es neben dem Vermitteln von Web-Kompetenz (engagierte Onliner helfen Offlinern) auch darum, sozialen Nischenthemen, die in der Öffentlichkeit oft zu kurz kommen, mit Hilfe der Vernetzungsmöglichkeiten des Internets und einer unterstützenden Community (damit meine ich KEIN geschlossenes Forum, sondern engagierte Menschen online und offline, die sich zunehmend miteinander vernetzen und austauschen) einen Raum zu geben.

Ziel des Projektes ist somit, Brücken zwischen Online- und Offline-Aktivisten zu schlagen. Ich habe dieses Projekt im April 2008 gestartet und freue mich über die bisher gesammelten Erfahrungen, interessanten Begegnungen, das positive Feedback, einen Kooperationspartner (Blogpolis.de) und erste kleine Ergebnisse, die zeigen, dass ein Austausch zwischen Online- und Offline-Engagement funktioniert und für beide Seiten eine Bereicherung sein kann.

Die Idee zum Projekt entstand aus der Beobachtung, dass eigentlich sehr viele Menschen etwas zu sagen hätten, denen aber gar nicht bewusst ist, dass ihnen das Internet bei der Verbreitung ihrer Ideen behilflich sein könnte. Auch gibt es eine digitale Kluft, die es verhindert oder zumindest erschwert, dass sozial benachteiligte Menschen einen Zugang zum Internet bekommen, Web-Kompetenzen überhaupt erst erwerben können und so von diesem Medium profitieren. Auf der anderen Seite wusste ich um diese riesige Hilfsbereitschaft im Internet untereinander, die ich selbst seit den Anfängen des Internets in den verschiedensten Foren kennengelernt hatte. Diese beiden Welten wollte ich irgendwie miteinander in Verbindung bringen.

Ein Nebeneffekt von Blogpatenschaften könnte zudem sein: Wenn immer mehr Menschen von den dialogorientierten Möglichkeiten des Internets erfahren und diese selbst nutzen können, kann das vielleicht mit dazu beitragen, dass die Bloggerszene insgesamt auch als eine sehr spannende und kraftvolle Vernetzungsgemeinschaft wahrgenommen wird. Das ist sie ja wirklich, auch wenn die klassischen Medien das meiner Meinung nach bisher noch nicht erkannt haben und demzufolge auch nicht kommunizieren.

Die Idee von Blogpatenschaften ist simpel. Jeder kann mitmachen, interessierte Offliner benötigen weder Programmierkenntnisse noch ein eigenes Blog. Sie können z.B. über die Liste der Blogpaten mit uns in Kontakt kommen.
Dort gibt es derzeit 22 Blogpat(innen), die ihre Unterstützung anbieten, indem sie Gastbloggen ermöglichen, Web-Wissen weitergeben oder sich vorstellen könnten, über ein “gutes” Projekt bloggend zu berichten. Jeder bestimmt dabei selbst, in welchem Umfang er/sie sich einbringen will.

Mit uns in Kontakt kommen kann man z.B. über unseren Twitter-Account oder die Twitter-Accounts anderer Blogpaten (u.a. Christian, Robert) oder „twitternde Projekte“ (u.a. Ingo, erlassjahr.de, Ulrike), unser Blog oder unsere Community. Die verschiedenen Onlineangebote sind mögliche Kanäle über die man sich austauschen kann. Jeder nutzt einfach das, was ihm am besten gefällt. Auch derjenige, der uns einfach nur einen Brief schreibt, kann in die Vernetzung mit einbezogen werden.

Jeder kann ins Internet schreiben, ohne selbst ein Blogger, Wikipedianer oder Programmierer zu sein. Vernetzen, Publizieren und Recherchieren waren noch nie so einfach wie heute. Die Idee der Blogpatenschaften will zeigen, dass auch kleine Einzelhandlungen sehr effektiv sein können, noch dazu wenn man sie gut vernetzt.

Wir sind gespannt, wie sich diese Idee weiter entwickeln wird. 

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