Better dressed … auf dem Weg zur nachhaltigen Kleidung

Wir sind mitten im Frühling, und es soll ja Leute geben, die sich schon beim ersten Sonnenstrahl ein Baumwollhemd ohne Knöpfe, dafür aber mit abgeschnittenen Ärmeln überwerfen. Solche Art von Hemden, gemeinhin als T-Shirt bekannt, sind praktisch, hübsch und vor allem (meistens) spott billig. Das sie so billig sind liegt nun aber weniger an den fehlenden Knöpfen und Ärmeln, sondern – Trigema ausgeschlossen – viel mehr an dem Umstand, dass sie fast immer in so genannten Billiglohnländern gefertigt werden; Ländern, in denen zugleich die Arbeitsbedingungen zu den eher “robusteren” ihrer Art zählen.

Nicht so die T-Shirts der Firma The Fashion rEvolution. D.h., sie werden, wie auch der Rohstoff, die Baumwolle, durchaus in Billiglohnländern produziert, aber unter deutlich humaneren Arbeits- und freundlicheren Umweltbedingungen – soweit das auf die Distanz zu beurteilen ist. The Fashion rEvolution bietet unter dem Label better (-dressed) “…ausschließlich fair-trade Kleidung, d.h. Bio-Kleidung, die unter fairen Bedingungen, ohne Kinderarbeit & umweltfreundlich (Biobaumwolle) hergestellt wurde” an. Ein klarer Fall also von “fair”- bzw. “social -fashion”.

Wie wichtig ein Umdenken (und “Um-Handeln”) gerade in der Textilindustrie ist, wird aus den “Missständen in der konventionellen Textilindustrie” deutlich, welche die 6 jungen Fashion-Dynamiker/innen auf ihrer Website auflisten. Schon beim Lesen fangen einen Hemd und Hose an auf der Haut zu jucken!

Um ihrem Ansinnen, den Textilmarkt zu “rEvolutionieren” sichtbaren Ausdruck zu verleihen, heißen die better-dressed-T-Shirts denn auch nicht einfach “S”, “M”, oder “XXL”, sondern ganz bescheiden “Weltretter“, “better” oder “Free Tibet”! Hohe Ansprüche, gewiss, aber klar definierte Ziele helfen auf dem Weg eben genau dorthin!

So aufmüpfig die rEvolutionäre einerseits sind, so konservativ sind sie leider andererseits: Die “Weltretter-Shirts gibt es nur für Männer! Frauen müssen sich mit “Bio”-, “Fair-Trade”-, “Bio-Fair-Trade”- oder “better”-Shirts zufrieden geben; nur beim – hoffentlich nicht vergeblichen! – Befreiungsversuch von Tibet dürfen sie mitmachen. Da herrscht bei der eigenen sozialen Gerechtigkeit noch ein wenig Nachholbedarf …

Unbedingt anschauen sollte man sich das Blog von better-dressed! Wer sich dort z.B. eines der interessanten Videos über nachhaltige Baumwollproduktion anschaut und danach in YouTube nach ähnlichen Videos sucht, wird unter Umständen – wie mir geschehen – einige Stunden später bei Dokumentationen über Arbeitsbedingungen in China und zu guter letzt bei der hoch toxischen Entsorgung unseres Wohlstandsmülls in Indien, Ghana oder Nigeria landen.

Das gibt (verstärkt) zu denken! Und mich selbst haben der Ansatz von better-dressed und der “Video-Nachmittag” darin bestärkt, den von uns bei Maskal eingeschlagenen Weg einer konsequenten Nachhaltigkeit auf jeden Fall weiter zu verfolgen! Dass wir zum gegebenen Zeitpunkt ein Kaffee-Weltverbesserungs-T-Shirt bei den Fashion rEvolutionären drucken lassen werden, ist schon im Notizblock vermerkt – eines für Männer und Frauen!

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